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Mo 23.02.2015 14:44

PM: Geheimsache Salzabwasserversenkung von K+S

Pressemitteilung der Gemeinde Gerstungen vom 23.02.2015
Geheimsache Salzabwasserversenkung von K+S


Nachdem im Hessischen "grünen" Umweltministerium lange und letztendlich erfolglos versucht wurde, Warnungen der eigenen Fachleute unter dem Tisch zu halten, muss man feststellen, dass auch in Thüringen durch eine Behörde versucht wird, Informationen betreffs der Salzabwasserversenkung geheim zu halten.
Speziell geht es um Berichte von K+S an das Thüringer Landesbergamt zur Belastung des Grundwassers. Die Behörde verweigert eine Herausgabe mit der lachhaften Begründung, Urheberrechte von K+S an Tabellen und Diagrammen könnten verletzt werden. Auch hier muss, wie so oft, die Gemeinde Gerstungen den aufwendigen Klageweg beschreiten.
Was will man geheim halten? Warum verweigert sich Frau Siegesmund als Thüringer Umweltministerin dieses Problem zu klären und die Gemeinde als Hauptbetroffene trotz mehrfacher Bitten auch nur anzuhören?
Wieviel Wert die Beschwichtigungsversuche von K+S haben, dass das Trinkwasser nicht gefährdet sei, zeigt die Geschichte - zahlreiche Trinkwasserbrunnen sind versalzen.
Ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit hierzu ist die Versenk-Problematik um Neuhof/Ellers. Kurze Zeit nachdem K+S erklärt hatte, dass sicherer Versenkraum über Jahrzehnte zur Verfügung stehe, musste diese Entsorgung wegen Grundwasserbeeinflussung gestoppt werden.
Auch im Genehmigungsverfahren für den "Pufferspeicher Gerstunger Mulde" hatte das Unternehmen erklärt, dass das Trinkwasser nicht gefährdet ist. Das Gegenteil haben jedoch Teile der von K+S erstellten Unterlagen und eine zusätzliche Bohrung belegt. Nur gegen enorme Widerstände des Unternehmens K+S und des Thüringer Bergamtes und mit juristischer Hilfe wurden der Gemeinde Gerstungen die erschreckenden Messergebnisse dieser Bohrung zugänglich, die letztendlich zur Einstellung der Versenkung in Thüringen geführt haben.
So wird auch der neuste Versuch von K+S, die Beeinträchtigung des Trinkwasserbrunnens im hessischen Eitra durch die Kalilaugenversenkung mittels neuer Messungen herunterzuspielen, scheitern, da bereits aktenkundig ist, dass man durch Veränderungen der Förderbedingungen den Chloridwert entsprechend beeinflussen kann.
Desweiteren ist die Argumentation von K+S, dass hessisches Salzabwasser nicht nach Thüringen wandern würde, falsch. Ein zweites Expertengutachten des international anerkannten Hydrogeologen Prof. Dr. Dr. Azzam von der RWTH Aachen weist im Gerstunger Grundwasser Salzabwasser nach, das sowohl aus hessischen als auch thüringischen Versenkungen stammt. Das Grundwasser ist schon massiv beeinträchtigt, die wenigen noch nicht versalzenen Trinkwasserbrunnen im Werratal und darüber hinaus sind gefährdet.
Der beabsichtigte Vier-Phasen-Plan des Unternehmens K+S wird aller Voraussicht nach
- aufgrund der Nichtvereinbarkeit mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie
langfristig keinerlei Arbeitsplätze sichern
- wichtige Rohstoffe unwiederbringlich vergeuden und
- für viele Jahrhunderte unsere Umwelt schwer belasten.

Es ist vollkommen unverständlich, wie sich die zwei Umweltministerinnen der Grünen, Frau Hinz und Frau Siegesmund, diesen Problemen nicht nur verschließen, sondern die Salzabwasserversenkung so lange wie möglich als Geheimsache behandeln. Die Weigerung, die durch die Umweltverschmutzung Betroffenen auch nur anzuhören, ist da nur noch der i-Punkt.
Es gibt Lösungsmöglichkeiten. Aussitzen gehört nicht dazu, denn die Altlasten werden uns mit Sicherheit einholen und die Frage, wer letztendlich die Zeche zahlen muss, sollte sich ein Jeder selber beantworten.

Werner Hartung
Bürgermeister

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