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Im Brennpunkt

Mi 01.10.2014 09:52

Sind die "Grünen" noch grün?

Stellungnahme der Gemeinde Gerstungen zur geplanten Fortsetzung der größten Umweltverschmutzung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland durch die Entsorgung der Salzabwässer der K+S AG im Werratal

Wie die grüne hessische Umweltministerin Hinz und der Vorstandsvorsitzende der K+S AG, Steiner, heute mitgeteilt haben, soll die größte Umweltverschmutzung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland durch die Versenkung von Salzabwasser und die Direkteinleitung in die Werra weiter fortsetzen werden.

Die Gemeinde Gerstungen verurteilt, wie auch alle anderen Geschädigten, auf das Schärfste die an Recht und Gesetz vorbei in Aussicht gestellte Verlängerung der bisherigen umweltschädigenden Entsorgungspraxis.

Bereits jetzt sind die Schäden durch verpresste Salzabwässer, die unkontrolliert in das schützenswerte Grundwasser übertreten und eine Vielzahl von Trinkwasserbrunnen irreparabel zerstört haben, nicht mehr zu leugnen. Fast eintausend Quadratkilometer Fläche sind bereits geschädigt.

Bei andauernder Versenkung ist das Trinkwasser von weiteren 30.000 Einwohnern gefährdet, so ein aktuelles Gutachten, welches vom Land Hessen beauftragt wurde.

Die Gemeinde Gerstungen wehrt sich seit Jahren mit allen ihr zur Verfügung stehenden demokratischen Mitteln gegen die Versalzung von Brunnen durch die Versenkung von Salzabwässern.

Bereits die Versenkerlaubnis vom 30.11.2011 wurde mit der fadenscheinigen Begründung durch das Regierungspräsidium Kassel genehmigt, dass ein Übergang bis 2015 geschaffen werden soll, danach werde definitiv keine Versenkung von Salzabwasser mehr erfolgen.

Dies haben die Behördenvertreter und auch K+S in mehreren Gerichtsverfahren gebetsmühlenartig wiederholt, um sich weiter Zeit zu Erschleichen.

Was nahezu in jedem Land der Welt strikt verboten ist, und Gerichte in Spanien verbieten, soll in Deutschland weiter gestattet werden!

Während weltweit die Kaliindustrie die Salzabwasservermeidung durch verschiedene Techniken realisiert, wird in Deutschland weiterhin auf Entsorgungsmethoden aus dem 19. Jahrhundert gesetzt. Dass es auch anders geht, beweist K+S in Kanada. Hier setzt kurioserweise K+S umweltschonendere Verfahren ein.

Der in Deutschland praktizierte Raubbau führt weiter zur Vernichtung von natürlichen Ressourcen, belastet über Gebühr unsere Flüsse Werra und Weser sowie das Grundwasser ganzer Regionen. Und dass unter einer vermeintlich grünen Umweltministerin.

Auch die grünen Landtagsabgeordneten müssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie tatsächlich noch Umweltschutzinteressen vertreten oder ob sie für den Maximalprofit eines Konzerns ihre Umweltschutzprinzipien aufgeben.

Die Gemeinde Gerstungen wird jedenfalls auch in Zukunft alles unternehmen, um ihr Trinkwasser zu schützen.

Die Front gegen die größte Umweltverschmutzung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird immer breiter.

Die Europäische Kommission wird nötigenfalls einschreiten müssen, um diesen Raubbau zu Lasten der zukünftigen Generationen ein Ende zu setzen.

Nur mit den vorhandenen modernsten Technologien können die Umweltziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie erreicht und die Arbeitsplätze an der Werra dauerhaft erhalten werden.


Werner Hartung
Bürgermeister der Gemeinde Gerstungen


Gerstungen, den 29.09.2014

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