Aktuelles Gemeindeportrait Rathaus Bürgerservice Wohnen & Wirtschaft Freizeit & Tourismus Bildung & Soziales
Einheitsgemeinde Gerstungen
Ortsteile: Gerstungen | Lauchröden | Oberellen | Unterellen | Neustädt | Sallmannshausen
Ortsteil LAUCHRÖDEN
Aktuelles
Aktuelles
  Veranstaltungen  
  Bekanntmachungen  
  Ausschreibungen  
  Auftragsvergabe  
  Wahlen  
  Wetter  
  Amtsblatt  

Im Brennpunkt

Mo 07.10.2013 10:26

PM: Runder Tisch in Beverungen

Runder Tisch, 24.09.2013:
Entsorgung von Salzlaugen nach dem Verursacherprinzip
Alternativen zur Oberweser- und Nordsee-Pipeline

Am Dienstag, dem 24. September 2013, nahmen erstmalig Mitglieder der BI-Oberweser-Bramwald und BI Kelze als geladene Gäste an der 22. Sitzung des Runden Tisches Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion in der Stadthalle in Beverungen teil.
Geleitet wurde die Sitzung von Herrn Prof. Dr. Hans Brinckmann, ein Novum war die Anwesenheit zahlreicher Gäste, bestehend aus Vertretern verschiedener BIs der betroffenen Regionen sowie interessierter Bürger.
Einleitend referierte Herr Prof. Dr. Dietrich Borchardt über die Entsorgung der Produktions- und Haldenabwässer über die Nordseepipeline und folgte damit der Empfehlung des Runden Tisches von 2010.
Weitaus kontroverser wurden die beiden folgenden Gutachten von Dr. Heiner Marx, Vorstandsvorsitzender der K-UTEC AG sowie Prof. Dr. Ing. Peter Quicker, Technologie Energierohstoffe, RWTH Aachen, diskutiert. Die beiden Experten legten dar, dass nach heutigem Stand der Technik eine Vermeidung jeglicher Einleitung von Salzlaugen in Oberflächengewässer sowie der Verpressung in den Untergrund möglich wäre. Durch ein mehrstufiges energieeffizientes Eindampfungsverfahren können aus den Salzabwässern die hochwertigen Rohstoffe NaCl, K²SO4 und ein Kalium-Magnesium-Mischdünger gewonnen werden, deren Verkauf zu Gewinnen im 2-3-stelligen Millionenbereich führe. Selbst die CO²-Bilanz dieses Verfahrens sei günstig, da nicht nur der hohe Energiebedarf der Eindampfung betrachtet werden dürfe, sondern demgegenüber sehr reine Salze stehen, die sonst an anderen Standorten mit ebenfalls hohem Energieaufwand produziert werden müssten. Dr. Waldmann, Vertreter der K&S AG, widersprach dieser Einschätzung, begründete sein Statement allerdings auch auf mehrfache Nachfrage nicht. Er verwies lediglich auf laufende Klageverfahren.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung beschäftigte sich der Runde Tisch mit den Möglichkeiten, die Ziele und Fristen der Wasserrahmenrichtlinie zu umgehen und damit der K+S Kali GmbH die Möglichkeit zu geben, die Versalzung von Werra und Weser im bisherigen Umfang fortzusetzen. K+S würde dann nur noch die Genehmigung, einen Teil ihrer Abwässer in die Oberweser einleiten zu dürfen, benötigen. Die drohende Verletzung des Verschlechterungsverbots in der Werra könnte so umgangen werden. Dies entspricht offensichtlich den Plänen der K+S Kali GmbH.

Mit dieser Vorgehensweise hat sich die Leitung des Runden Tisches bei der 22. Sitzung nicht durchsetzen können und musste den Antrag auf Verabschiedung eines Antrages auf Fristverlängerung und Minderung der Umweltziele zurückziehen.

Der überwiegende Teil der Mitglieder des Runden Tisches spricht sich dafür aus, in einem kurzfristig anberaumten Expertengespräch, die technischen Alternativen zur energieeffizienten Eindampfung erneut zu diskutieren. Dr. Marx und Prof. Dr. Quicker haben sich bereit erklärt, an der Expertenrunde teilzunehmen.

Der Leiter des Runden Tisches schlägt zum weiteren Vorgehen vor, die K&S mit Rücksicht auf das laufende Klageverfahren bei den anstehenden Entscheidungsprozessen an dem Expertengespräch nicht zu beteiligen und die Möglichkeiten der Eindampfung, bezogen auf die konkreten Abwassermengen und örtlichen Gegebenheiten der K&S Werke, umfassend zu prüfen.

Aufgrund der neuen Zielsetzung des Runden Tisches wird die BI-Oberweser-Bramwald e.V., stellvertretend für die BI’s der Oberweserregion, ihre Mitgliedschaft am Runden Tisch beantragen.

Wir bitten um Veröffentlichung, da die bisherige Darstellung der Ergebnisse der Sitzung des Runden Tisches nicht vollständig der Presse übermittelt und bei der anschließenden öffentlichen Veranstaltung nicht thematisiert wurde.

Gabriele Niehaus-Uebel
1. Vorsitzende der Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald e.V.
Sprecherin der BI-Oberweser-Bramwald

www.bi-oberweser-bramwald.de

Druckversion