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Im Brennpunkt

Do 12.01.2012 10:57

Strom aus Gerstungen

Bei leicht bedecktem Himmel ging gestern der erste Abschnitt des Solarkraftwerks in Bahnhofs-Nähe ans Netz. Ist die Anlage komplett, soll der hier gewonnene Strom für alle Gerstunger Privathaushalte reichen

Gerstungen.
Mit einem vereinten Druck auf einen Drehschalter starteten Bürgermeister Werner Hartung (pl) und die Projektbeteiligten gestern über dem Gerstunger Bahnhof den Betrieb des neuen Solarkraftwerks. Auf einer Fläche von rund 6,7 Hektar entlang der Bahngleise sollen die Silizium-Solarmodule ab sofort Strom für rund 1300 Haushalte aus der Sonneneinstrahlung gewinnen.

Den Bürgermeister freut es nicht nur, dass seine Gemeinde damit bei den regenerativen Energien ganz vorne mitspielt. Der Strom, der hier einmal nach Fertigstellung aller drei Bauabschnitte gewonnen werden soll, reiche rechnerisch immerhin für alle Gerstunger Privathaushalte.

Ein Stein fiel ihm vor allem vom Herzen, weil nach über 20 Jahren endlich eine Lösung für die Altlasten des Bahnhofsgeländes und der Grenzübergangsstelle (Güst) gefunden wurde. Die damit zusammenhängenden Fragen zu Finanzierung, Flächenerwerb und -nutzung hier in Gerstungen außerdem ein spezielles Flächentausch-Verfahren waren auch die größten Hürden für das Projekt. Für den Bau selbst brauchte die Thermovolt AG gerade noch zehn Wochen, erläuterte deren technischer Vorstand, Hans-Christian Berndt.

Als Partner kamen in Gerstungen Projektentwickler und Eigenkapitalgeber dazu, zur Einweihung waren unter anderem Norbert Burkhart von Solaris Kraftwerke und Thomas Eckart von Soventix zugegen.

Gemeinsam planten und realisierten sie das 7,5 Millionen Euro teure Kraftwerk. Nach seiner Fertigstellung wurde es an die österreichische Beteiligungsfirma Clean Capital verkauft. Für mindestens zwanzig Jahre soll es nun ordentliche Renditen für deren langfristig orientierte Anleger abwerfen das sei mittlerweile die gängige Verfahrensweise in diesem Wirtschaftssektor.

Lukrativ wird das durch die Steuergelder, die der Staat als Förderung für die Einspeisung der Solarenergie in den ersten zwei Jahrzehnten zuschießt. Weil die Produktionskosten für die Solarzellen marktüblich sinken, wird diese Zulage regelmäßig nach unten korrigiert. Doch die Gerstunger Anlage wurde noch rechtzeitig vor der aktuellen Kürzung zum Jahreswechsel fertig.

Die reinen Investitionskosten könnten sich nach etwa zwölf Jahren amortisiert haben, erläuterten Eckart und Burkhart. Zudem hoffen Investoren solcher Projekte, dass die Solarzellen auch nach den veranschlagten 20 Jahren Lebensdauer noch weiter Strom erzeugen.
In Gerstungen kümmert sich ab sofort eine eigene Betreiberfirma mit zwei bis drei Angestellten darum, dass die Zellen immer gut funktionieren. Gleichzeitig soll es mit dem zweiten Bauabschnitt zügig vorangehen, noch dieses Jahr könnte die Anlage ans Netz gehen. Der dritte Bauabschnitt werde dann die Lücke zwischen Güst und Bahnhof schließen, vor allem Hanglagen im Gewerbegebiet über dem Bahnhof sollen dann noch dazu kommen. Erst dann sei das Ziel erreicht, betonte Hartung.

»Sehr gerne auch wieder mit diesen Partnern«, lobte er die Zusammenarbeit. Schwierigkeiten könnte da am ehesten noch der stockende Netzausbau bereiten, denn nicht überall kann beliebig viel Energie in die Netze der großen Versorger geleitet werden, erläuterte Hans-Christian Berndt.

Doch der Experte für Solarkraftwerks-Bau blieb zuversichtlich, schließlich sei der Draht nach oben ein guter. Seine Firma habe erst kürzlich eine Photovoltaikanlage auf einem Vatikan-Dach installiert.

Von Sascha Willms
Quelle: TA vom 12.01.2012

Foto: Sascha Willms

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