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Do 12.01.2012 08:29

Solarpark nun am Netz

Foto: Norman Meißner
Für 7,3 Millionen Euro wurde in Gerstungen eine Freiflächenanlage errichtet

Gerstungen.
In nur zehn Wochen Bauzeit entstand in Gerstungen im Gewerbegebiet »Oberhalb der Bahn« eine Freilandanlage für Fotovoltaik mit einer Leistung von knapp vier Megawatt/Peak. Obwohl die Anlage bereits Ende 2011 komplett fertiggestellt wurde, ging sie erst gestern mit dem symbolischen Knopfdruck an das Netz. Damit die Menge an Sonnenstrom, die nun in Gerstungen produziert wird, eingespeist werden kann, musste der Netzbetreiber noch einige Arbeiten ausführen lassen.

Für die Solaranlage brachte Ina Wäßerling den Stein ins Rollen. »Sie hat zur richtigen Zeit die richtige Telefonnummer gewählt und die richtige Frage gestellt«, lobte Bürgermeister Werner Hartung in seiner gestrigen Ansprache die Erfurter Architektin, die nach Gewerbefläche mit Baurecht fragte. Hartung habe am Tag vor diesem Telefonat, das fast ein Jahr zurückliegt, davon geträumt, dass auch seine Gemeinde einen beachtlichen Beitrag zur Energiewende beitragen möge.

Da die Anlage noch vor dem Jahresende fertig gestellt wurde, kann sich der Eigentümer die in Wien und Linz ansässige Unternehmensgruppe »Clean Capital« noch auf die höhere Einspeisevergütung freuen, die für 20 Jahre zugesichert wurde. »Die Investition von 7,3 Millionen Euro amortisiert sich nach zwölf bis 13 Jahren«, sagt Norbert Burkhardt von der Solaris Kraftwerke GmbH München. Das Unternehmen entwickelte das Projekt zusammen mit der Firma »Soventix« für den Eigenkapitalinvestor. Betreiben wird die Anlage die neu gegründete Firma Energiepark Gerstungen GmbH & Co. KG. Sie sitzt im Ort. »So kommt etwas Gewerbesteuer in die Gemeindekasse«, freut sich der Bürgermeister.

Obwohl die Einspeisevergütung mit dem neuen Jahr um rund 15 Prozent gesenkt wurde, soll die Photovoltaikanlage in Gerstungen schon bald erweitert werden. »Solaranlagen sind auch weiterhin interessant für Investoren, denn die Kosten für Projektentwicklung und Module sind in den vergangenen drei Jahren um 50 Prozent gefallen«, sagt Thomas Eckart, Geschäftsführer von »Soventix«

Zu der fertig gestellten Anlage mit 18.424 Solarmodulen auf einer Fläche von 6,7 Hektar sollen im 2. Bauabschnitt zehn Hektar dazu kommen. Dann werde die Anlage eine Gesamtleistung von neun Megawatt/Peak besitzen und wäre Thüringens größtes Solarfeld. Für den 2. Bauabschnitt fasste der Gerstunger Gemeinderat bereits die nötigen Beschlüsse, damit aus der ehemaligen Grenzübergangsstelle auch ein Solarkraftwerk werden kann. Die Planer arbeiten bereits mit Hochdruck am zweiten Bauabschnitt. Die genauen Investitionskosten für diesen Abschnitt konnte Solaris-Geschäftsführer Norbert Burkhart noch nicht angeben, aber je Megawatt Leistung müsse mit rund 1,8 Millionen Euro gerechnet werden. Für die Erweiterung der Anlage auf den Grundstücken der Bahn, des Bundes-Eisenbahnvermögens und der Gemeinde müssen Gebäude von der Grenzübergangsstelle sowie von der Bahn abgerissen werden. Sogar über einen dritten Bauabschnitt, der den Lückenschluss beider Bauabschnitte bilden würde, wird nachgedacht. Dem Erschließungsplan stimmte der Gemeinderat zu.

Von Norman Meißner
TLZ vom 11.01.2012

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