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Im Brennpunkt

Fr 06.05.2011 07:00

Wasserprobe in der Kritik

Kalilauge Thema im Gemeinderat

Gerstungen. (geb) Zur Kalilaugenproblematik informierte Bürgermeister Werner Hartung (parteilos) in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch. In diesem Zusammenhang kam es am 24. März zu einem Arbeitstreffen zwischen der Gemeinde Gerstungen und Thüringer Behörden.

Dieses Gespräch hatte Minister Jürgen Reinholz mit dem Ziel angeregt, dass durch Austausch fachlicher Argumente und amtlicher Ergebnisse eine bessere Akzeptanz der jeweiligen Positionen erzielt werden kann. Es wurde Datenaustausch vereinbart und zu einer neuen Beratung nach Gerstungen geladen.

Obwohl in der Beratung kaum neue Erkenntnisse vermittelt wurden, kam es zu einer wiederholten und eindeutigen Bestätigung seitens des Thüringer Landesamtes für Umwelt und Geologie, dass in der Bohrung 1/2008 an der Trasse Salzabwasser nachgewiesen wurde. Dieser Fakt wurde von zwei Mitarbeitern des Umweltministeriums am 16. Februar trotz besseren Wissens hartnäckig bestritten.

Überraschend kam von Minister Reinholz eine Einladung zu einem weiteren Gespräch mit ihm und K & SVertretern. Von Gerstunger Seite waren Rechtsanwalt Reitinger, Werkleiter Ulf Frank und der Bürgermeister anwesend. K & S hatte zwei Vertreter entsendet und Minister Reinholz ebenso zwei Vertreter des Umweltministeriums.

Überraschung

Dr. Dieckmann von K & S wartete gleich mit einer für alle überraschenden nicht nachvollziehbaren Feststellung auf. Er legte Wert darauf, dass K & S den Versenkantrag nicht zurückgezogen hat, sondern dieser nur ,,in Ruhe gestellt" wäre. ,,Das Katz- und Mausspiel scheint also weiter zu gehen", so Bürgermeister Hartung.

Versenkgeschichte

Trotz aller negativen Erkenntnisse aus der Versenkgeschichte werde nach wie vor behauptet, das Gerstunger Trinkwasser sei nicht gefährdet. Während Hartung auf Grund entsprechender Gemeinderatsbeschlüsse die bislang ständig gegebene Verhandlungsbereitschaft problemlos erklären konnte, wollten die K & S-Vertreter bis Ende April ein entsprechendes Verhandlungsmandat einholen. In Gerstungen kam es am vergangenen Freitag zu der angeblich ersten amtlichen Probenahme der Bohrung 4/2010.

Wiederum sei die Gemeinde von K & S und dem Bergamt bei den Erkenntnissen dieser Bohrung mit der Behauptung ausgegrenzt worden, dass diese Bohrung nichts mit dem Trinkwasser von Gerstungen zu tun habe.

Die erste Auswertung der Probe ergab im Buntsandstein in 360 Metern Tiefe fast 30 Gramm Chlorid pro Liter. Der Chemismus lasse den Schluss zu, dass die Probe bereits durch Salzabwässer beeinflusst sein könnte.

Sollten weitere Proben und Analysen den Salzabwassereinfluss bestätigen, so müssten, sagte Hartung, schnellstens die positiven Stellungnahmen zur Versenkung in Hessen dahingehend überdacht werden, ob die Landesgrenze Thüringen Hessen wirklich geeignet sei, zig Millionen Kubikmeter Kalilauge im Untergrund/Buntsandstein aufzuhalten.


Quelle: TLZ vom 06.05.2011

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