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Im Brennpunkt

Di 15.03.2011 17:47

Werraversalzung - Erneuter Rückzug in das hessische Schadensgebiet

Die K+S Kali GmbH hat ihren Antrag auf Verlängerung der Versenkung ihrer Abwässer in der Gerstunger Mulde zurückgezogen und ist damit einer Ablehnung durch die Thüringer Genehmigungsbehörden zuvorgekommen. Dies ist ein erster Teilerfolg für die Gemeinde Gerstungen.

Die Versenktätigkeit in der Gerstunger Mulde musste bereits im Jahre 2007 eingestellt werden, weil die Trinkwasservorkommen der Gemeinde durch die Versenktätigkeit bedroht und zum Teil schon vernichtet sind. In der Gerstunger Mulde sollte erprobt werden, ob es möglich sein könnte, die Abwässer zu versenken und später, bei höherem Wasserstand in der Werra zurück zu fördern. Dieser Versuch war gescheitert.

Obwohl die K+S Kali GmbH diese Technologie offenbar nicht beherrscht, soll sie unter dem Namen "Neue Integrierte Salzwassersteuerung" künftig die Entsorgungsprobleme des Kaliriesen an der Werra lösen und die zunächst zugesagte Eindampfanlage für Abwässer in Unterbreizbach ersetzen. Die Abwässer werden jetzt in einer grenzüberschreitenden Abfallverbringung mit dem Namen "Laugenverbund" nach Hessen gepumpt und dort versenkt oder in die Werra geleitet.

Ebenfalls im Jahre 2007 musste die Laugenversenkung im Fuldarevier eingestellt werden, weil die Genehmigungsauflagen nicht eingehalten werden konnten. Seitdem werden die Haldenabwässer aus Neuhof-Ellers an die Werra transportiert und dort eingeleitet. Weil dies ohne die erforderliche betriebsspezifische Genehmigung geschieht, klagen Anrainer von Werra und Weser vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel. Auch im hessischen Teil des Werrareviers konnten die Genehmigungsauflagen bei der Versenkung der Abwässer nicht eingehalten werden. Die Abwässer haben schon lange den Plattendolomit verlassen und sind in den Grundwasserleiter Buntsandstein eingedrungen. Es ist verwunderlich, dass der Kaliproduzent dies nicht zur Kenntnis nehmen will und die Versenkung für weitere zehn Jahre beantragt hat.

"Wenn der Konzern nicht einsehen will, dass er seine Probleme nur mit der Anwendung von Technologien nach dem modernen Stand der Technik lösen kann, dann steuert er sehenden Auges in die Katastrophe",
so Dr. Walter Hölzel, Vorsitzender der Werra-Weser-Anrainerkonferenz.


Dr. Walter Hölzel
Vorsitzender "Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V."
Erster Stadtrat Witzenhausen
0 55 45-95 01 08, WWA.eV@web.de

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