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Im Brennpunkt

Di 15.03.2011 15:55

Die Gerstunger Bevölkerung ist entsetzt...

Reaktion unseres Bürgermeisters auf eine Presseinformation von K+S Presse-
Sprecher Göbel im Kreisanzeiger - online


Betroffene sind entsetzt
Die Gerstunger Bevölkerung ist entsetzt, mit welcher Dreistigkeit und Überheblichkeit die K+S durch ihren Pressesprecher Göbel die allseits bekannten negativen Auswirkungen der Laugenversenkung auf das Grundwasser in Gerstungen und im Werratal insgesamt negieren will.

Nachvollziehbar ist dies wohl nur deshalb, weil K+S eine solche Schlappe bisher nicht hinnehmen musste.

Es ist sicher erstmalig, dass das Unternehmen K+S, welches sich bislang 100 % auf politische und behördliche Unterstützung verlassen konnte, plötzlich Angst vor einer fachlich fundierten Antragsablehnung hat. Verständlicherweise war die Angst durchaus auf Grund der doch offenkundigen Vorkommnisse in Gerstungen berechtigt.

Drei Jahre lang versuchte man, mit großem Aufwand, die Fakten zu entkräften. Die hart erkämpfte Niederbringung und Beprobung von Grundwassermessstellen an und um Gerstunger Trinkwasserbrunnen haben den massiven Austritt von Salzabwasser aus dem Speicherhorizont mehrfach belegt.

Unmittelbar nach dieser Feststellung hatte der damals zuständige Umweltstaatssekretär Baldus das Ende der Versenkung in Thüringen verkündet.
Alleine wegen der belegten Grund- und Trinkwassergefährdung schon durch den Probebetrieb musste K+S auf die dauerhafte Versenkung verzichten und einen Rückzieher bezüglich der beantragten Dauergenehmigung machen.

Auch die behauptete Rückförderung von versenkter Kalilauge ist vollkommen gescheitert. K+S weiß bis heute nicht, wo und wie sich die Lauge ausbreitet, behauptet aber, die Rückförderung beherrschen zu können. In 8 Jahren Erprobung hat man nur ca. 2,5 % versenkte Menge rückfördern können. Die Salzwässer entsprachen nicht der Konzentration der Versenklösung. Obwohl Salzabwässer (Produktionsabfälle) längst im Trinkwasserhorizont Buntsandstein nachgewiesen wurden, hat es das Unternehmen während der Bergerprobung bis Ende 2007 nicht geschafft, eine gezielte und vor allem erfolgreiche Rückförderung einzurichten und durchzuführen. Die sinngemäße Behauptung, im Jahr 2008 und 2009 hätte K+S es probieren wollen, man könne dies jedoch wegen dem Widerspruch und der Klage der Gemeinde Gerstungen gegen die Änderungsgenehmigungen nicht, muss deshalb nicht kommentiert werden.

Die Gemeinde Gerstungen sieht die jüngste Presseinformation als Versuch, eine beabsichtigte "alternative Untergrundbewirtschaftung" bzw. ganz einfach die Erteilung der im November diesen Jahres auslaufenden wasserrechtlichen Erlaubnis einschließlich Versenkgenehmigung in Hessen (NIS) öffentlich vorzubereiten.

Dieser Versuch ist zum Scheitern verurteilt, weil nicht nur die Gemeinde Gerstungen, sondern auch des Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie sowie eingeholte Rechtsgutachten des Landes Hessen eine Neuerteilung einer Erlaubnis zur Versenkung von Salzabwässern für unzulässig erachten.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hatte der Gemeinde zwar keinen einstweiligen Rechtschutz zur sofortigen Einstellung der Versenkung in Hessen zugebilligt. Die "Pauken und Trompeten" dieser Entscheidung dürften bei sorgfältiger Lektüre ehe bei K+S klingen, denn das Gericht sah die Auswirkungen der Versenkung grundsätzlich als rechtswidrig und für das Trinkwasser als abstrakt gefährlich an. Nur die einmal K+S eingeräumten Rechtsposition der Erlaubnis hindere ein sofortiges Einschreiten ohne vorherigen Widerruf.
Der billige Versuch von K+S, die Kritiker dieser das Grund- und Trinkwasser vernichtenden und gefährdenden Technologie weiter einzuschüchtern, wird keinen Erfolg haben. Es kann auch nicht sein, dass mit der Versenkung erst Schluss ist, wenn auch das letzte Trinkwasservorkommen hier im Werratal für viele Generationen unbrauchbar geworden ist.

Der Versuch des Herrn Göbel Ergebnisse des Runden Tisches ins Gespräch zu bringen, ist dagegen schon fast lustig, ist es doch bislang das Unternehmen K+S selbst, welches den Empfehlungen des Runden Tisches nicht folgt.

Werner Hartung
Bürgermeister

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