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Im Brennpunkt

Fr 09.10.2009 08:38

Pressemitteilung der Bürgerinitiative - Vorerst keine Lösung im Laugenstreit in Sicht !

Wer erhofft hatte, dass am Ende der von ca. 400 Personen sehr gut besuchten Podiumsdiskussion in Dippach am 06.10.2009 der Laugenstreit beigelegt ist, wurde enttäuscht.

Außer dass Lösungsansätze diskutiert wurden, war angesichts der teilweise sehr weit auseinander gehenden Positionen zwischen den Befürwortern und den Gegnern der derzeitigen Entsorgungsstrategie von K+S nicht mehr zu erwarten.
Dennoch diente die Veranstaltung dazu, durch konkretere Informationen mehr Klarheit in die Problemdiskussion zu bringen, ein wenig mehr Klarheit in die Positionen der im Podium Platz genommenen hochkarätigen Akteure.

Als Veranstalter hatte der Vorsitzende der Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Werratal ", Klaus Reinhardt, in seinen Begrüßungsworten die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zitiert, wo sie anmahnte, doch endlich mit dem einander bekriegen von wirtschaftlicher Effizienz und ökologischer Rücksicht aufzuhören. Diesem Anspruch wurde die Diskussion, die vom Moderator Andreas Rückewold (Antenne Thüringen) sehr gut geleitet wurde, leider nicht immer gerecht. Die in einigen emotional vorgetragenen Diskussionsbeiträgen vorgebrachten durchaus zu verstehenden Ängste der K+S Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze überlagerten unverhältnismäßig stark die dargestellten ökologischen Folgen, wie zum Beispiel die Trinkwassergefährdung der Gemeinde Gerstungen.

Vom Bürgermeister der Gemeinde Gerstungen, Werner Hartung, dem Vorsitzenden der
Werra-Weser-Anrainerkonferenz, Dr. Hölzel und Mitgliedern der Bürgerinitiative wurden deutlich die unberechtigten Vorwürfe zurückgewiesen, dass ihre Forderungen nach dem Ende der Laugenversenkung und Laugeneinleitung in die Werra existenzbedrohend für K+S wären.

Auch unberechtigte Vorwürfe gegen den Bürgermeister von Gerstungen, Werner Hartung, waren deplatziert und haben mit ihrer teilweisen Polemik nicht gerade zur Versachlichung der Diskussion beigetragen. Viele verkennen, dass er verpflichtet ist, Schaden von der Bevölkerung fern zu halten, sowie im Amtseid geschworen. Was wäre ein größerer Schaden, als unbrauchbares Trinkwasser.
Des weiteren wurde von den K+S Kritikern recht anschaulich herausgearbeitet, dass in erster Linie die über viele Jahre hinweg verfehlte Entsorgungsstrategie von K+S und die damit in Verbindung stehende unzureichende Verfolgung von alternativen Verarbeitungstechnologien, die im Laufe der Veranstaltung zur Sprache kamen, K+S Arbeitsplätze gefährden. Dramatisch ist, dass diese Managementfehler in allererster Linie die Kalikumpel ausbaden müssen.

Leider ist diese grobe Fahrlässigkeit der K+S-Verantwortlichen durch deren Mitarbeiter und Symphatisanden verdrängt worden, teilweise verständlich, denn ihre Vorgesetzten saßen im Podium bzw. im Saal.

Auch die Ausführungen des Vorsitzenden des Runden Tisches, Prof. Dr. Brinkmann, zur Lösung der Laugenproblematik mit Hilfe einer Pipeline an die Nordsee, haben nicht gerade zum Aufbau von mehr Vertrauen zwischen beiden Seiten beigetragen, denn die Favorisierung dieser Variante durch den Runden Tisch ist nach wie vor mit vielen Fragezeichen versehen.

Die Aussage von Prof. Dr. Brinkmann, dass wenn die Pipeline nicht kommt, die alten Entsorgungswege, wie Versenkung und Einleitung weiter genutzt werden müssen, war sehr ernüchternd und löste teilweise Betroffenheit im Publikum aus.

Als Erfolg dieser Podiumsdiskussion kann dennoch gewertet werden, dass es unter den Fachleuten beider Seiten zu einem Ideenaustausch zum Stand der Technik in der Kaliindustrie gekommen ist und weiterführende Gespräche dazu vorgeschlagen wurden.

Zum weiteren Abbau von Mistrauen und hin zu mehr Ehrlichkeit unter den Streitenden hat diese Veranstaltung leider nicht ausreichend beigetragen.
Nur weiterführende vertrauensbildende Gespräche auf gleicher Augenhöhe können hier Abhilfe schaffen.

In abschließenden Gesprächsrunden nach dem Ende der Veranstaltung wurde dafür von beiden Seiten Bereitschaft signalisiert. Auch das ist ein positives Zeichen was von dieser Veranstaltung ausgegangen ist.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Reinhardt
Vorsitzender der BI "Für ein lebenswertes Werratal"

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