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Mi 07.10.2009 10:16

Pressemitteilung zum Antrag auf Einstellung der Kalilaugenversenkung in Hessen

Antrag auf Einstellung der Kalilaugenversenkung auch in Hessen

Die Gemeinde Gerstungen hat heute beim Regierungspräsidium Kassel den Widerruf der wasserrechtlichen Erlaubnis auch für die Versenkung von Salzabwasser im hessischen Versenkgebiet Eichhorst/Bodesruh sowie die sofortige vorläufige Einstellung der Versenkung beantragt.

Hintergrund dieses Antrages war der Eingang und die Auswertung eines Gutachtens des Sachverständigen Dr. Krupp im Auftrag der Gemeinde Gerstungen zur Sicherheit der Trinkwasserversorgung.

Wegen mehrfach nachgewiesenem Übertritt von versenkter Lauge aus dem Plattendolomit in den Buntsandstein musste die Versenkung in Gerstungen bereits 2007 gestoppt werden.

Die K+S Kali GmbH ließ zur weiteren Gefährdungsabschätzung und zur Untersuchung des Verbleibs von ca. 300.000.000 m³ Salzabwasser im Buntsandstein oberhalb des Plattendolomits geoelektrische Messungen (Hubschrauberbefliegung) vornehmen.

Dr. Krupp fertigte das Sachverständigengutachten aufgrund der bisherigen Datenlage und unter Berücksichtigung der Gesamtzusammenhänge und der nunmehr vorliegenden Befliegungsergebnisse an.

Das Gutachten kommt zu dem sachverständig nachvollziehbar dargelegten Schluss, dass zwischen den Versenkbohrungen Eichhorst/Bodesruh (Hessen) und dem Trinkwasserversorgungsgebiet der Gemeinde Gerstungen hydrogeologische Wirksamkeiten bestehen.

Dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen hessischer Versenkung und Gerstunger Trinkwasserdargeboten besteht, zeigen Versalzungserscheinungen rund um die aktiven Trinkwasserbrunnen der Gemeinde. Die geoelektrischen Messungen belegen das Aufsteigen von Salzabwasser und die Ausbreitungsrichtung vom Versenkgebiet Eichhorst/Bodesruh zu den Trinkwasserdargeboten deutlich.

Aus diesem Grunde ist die im Jahr 2006 erteilte wasserrechtliche Erlaubnis zurückzunehmen, da sie aus Sicht der Gemeinde rechtswidrig erging, vorsorglich ist sie zu widerrufen. Ein Ermessensspielraum steht der Behörde aufgrund der akuten Gefährdung der Trinkwasserbrunnen nicht zur Seite. Auf dringende betriebliche Belange kann sich ein Unternehmen nicht stützen, welches in grob fahrlässiger Weise über Jahrzehnte rechtliche und tatsächliche Änderungen der Verhältnisse ignoriert und an Auslauftechnologien aus dem vergangenen Jahrhundert festhält.

Bis zur Entscheidung hierüber sind vorsorglich Schutzmaßnahmen im Wege der vorläufigen Einstellung der Salzabwasserversenkung zu treffen


Werner Hartung
Bürgermeister

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