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Im Brennpunkt

Di 01.09.2009 09:16

Eine Karikatur mit möglichen juristischen Folgen

Bürgerinitiative wollte am "Monte Kali" protestieren, traf auf eine Straßensperre und prüft jetzt eine Anzeige
Mit der Projektion einer Karikatur auf einer Flanke des "Monte Kali" bei Heringen wollte die Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Werratal" auf die Umweltgefahren aufmerksam machen, die von der Abraumhalde ausgehen. Doch ein Lkw blockierte die Zufahrt, und die Polizei war auch da.

Das Konzert der Alphornbläser auf dem "Monte Kali" am Samstagabend ist als eine besondere Attraktion angekündigt worden. Rund 200 Gäste hatten sich angesagt. Eine gute Gelegenheit, darauf hinzuweisen dass von der Kalihalde Umweltgefahren ausgehen. Das jedenfalls hat sich die Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Werratal" gesagt. Sie findet es sehr bedenklich, dass eine Abraumhalde, die gesundheitliche Risiken birgt, touristisch vermarktet wird und plante als Gegenaktion die Projektion einer Karikatur auf einer Seite des Bergs. Das wurde am Freitagabend geprobt.

"Irgendwie hat man das mitbekommen", kann Klaus Reinhardt, Sprecher der BI aus Dankmarshausen, nur vermuten. Als man einen Tag später seine Technik aufbauen wollte, stand auf der Straße von Willershausen plötzlich ein Lkw der Stadt Heringen quer. "Ich habe den Fahrer gefragt, was das soll. Als Antwort kam: Er habe Anweisung, die Straße zu sperren", berichtet Reinhardt weiter. So blieb nichts anderes übrig, als den Projektor mit Muskelkraft auf ein Feld zu tragen.

Die Karikatur ist aber gezeigt worden: Sie stellt den Vorstandsvorsitzenden von K+S, Norbert Steiner, dar, der auf dem "Monte Kali" sitzt. Aus seiner Tasche schauen Geldscheine, während aus dem Berg Abwässer laufen, in denen Fische schwimmen, die als Gräten herauskommen. Außerdem ist das Logo des Konzerns "Wachstum erleben" umgewandelt worden in "Umweltzerstörung erleben".

Für die Projektion sorgte Oliver Bienkowski von der Lichtkunst 24 aus Kassel. Doch die Truppe blieb nicht lange allein. Manfred Wenk, 1. Stadtrat der Stadt Heringen, hat nach Schilderung von Klaus Reinhardt versucht, die Aktion zu unterbinden. Er forderte auf, das Feld zu räumen, da es sich um Privatgelände handele. Auch die Polizei ist gerufen worden und hat Personalien aufgenommen.

"Wir haben uns dann zum Abbau entschlossen", so der Sprecher der BI, der sich in seinem Grundrecht nach freier Meinungsäußerung beschränkt fühlt. "Wir haben niemand belästigt oder gestört", fügt er hinzu.

Die BI behalte sich vor, Anzeige zu erstatten.

Heute wird in Bad Sooden Allendorf ein Gutachten zur wirtschaftlichen Bedeutung der Kaliproduktion im Werratal vorgestellt, das gleichzeitig die Folgekosten der Abwasserentsorgung beleuchtet. Der Runde Tisch hatte dieses in Auftrag gegeben. Am 6. Oktober wird es in Dippach eine Informationsveranstaltung geben, zu der Prof. Hans Brinckmann, Leiter des Runden Tisches, kommt.

Von Birgit Schellbach

Quelle: TA vom 01.09.2009

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