Aktuelles Gemeindeportrait Rathaus Bürgerservice Wohnen & Wirtschaft Freizeit & Tourismus Bildung & Soziales
Einheitsgemeinde Gerstungen
Ortsteile: Gerstungen | Lauchröden | Oberellen | Unterellen | Neustädt | Sallmannshausen
Ortsteil LAUCHRÖDEN
Aktuelles
Aktuelles
  Veranstaltungen  
  Bekanntmachungen  
  Ausschreibungen  
  Auftragsvergabe  
  Wahlen  
  Wetter  
  Amtsblatt  

Im Brennpunkt

Mi 27.05.2009 07:16

"Runder Tisch" fordert von K+S "Trendwende"

Kali-Konzern stellt Eckpunkte der Gesamtstrategie vor

Kassel/Werratal. (ep/zz) K+S hat dem Runden Tisch "Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion" gestern die Eckpunkte der Gesamtstrategie zur weiteren Verminderung von Umweltbelastungen vorgestellt. Das Unternehmen verfolgt darin das Ziel, die Salzabwässer weiter zu minimieren, die bisherige Versenkung flüssiger Rückstände zu beenden und die Salzwassereinleitungen in die Werra zu reduzieren.

K+S prüfe auch das Konzept einer Fernpipeline. Über den möglichen Bau soll in Abhängigkeit von ökologischen, politischen und wirtschaftlichen Kriterien entschieden werden, meldet K+S.

Mit der Vorstellung der Gesamtstrategie am Runden Tisch haben die Vertreter der Bundesländer, Kreise und Gemeinden sowie der Interessen- und Umweltverbände gestern einen Einblick in die langfristigen Überlegungen des Unternehmens erhalten. Entsprechend der Öffentlich-rechtlichen Vereinbarung (ÖRV) zwischen den Ländern Hessen und Thüringen sowie K+S werden die vollständigen Unterlagen der Gesamtstrategie bis zum 31. Mai den Umweltministerien der Länder übergeben. Danach will der Runde Tisch seine Stellungnahme erarbeiten, sagte Prof. Brinckmann, Leiter des Runden Tisches. Basis für die Stellungnahme sei der "Stand der Technik". Und: Entscheidend sei, dass K+S die Trendwende schafft. An dieser Messlatte wird der Runde Tisch die Strategie von K+S messen.

Der Runde Tisch habe sich mit allen Verfahren beschäftigt, die national und international in der Praxis verwendet oder in der Literatur diskutiert werden. Und er habe das, was im Werratal sinnvoll anwendbar sei, intensiv untersuchen lassen, heißt es in einer Stellungnahme.

Die Last wiegt schwer

Bis Ende Juli ist die Abstimmung gemäß ÖRV mit den Landesministerien und die Einbeziehung des Runden Tisches vorgesehen. Der Kali-Konzern gibt sich positiv: "Die Gesamtstrategie zeigt auf, dass K+S die bereits erfolgten Maßnahmen zur Verminderung von Umweltbelastungen weit über das Ende der Laufzeit der ÖRV (2039) hinaus fortschreibt, um Salzabwässer weiter reduzieren, die Rückstandsentsorgung verbessern und die Zukunftsfähigkeit der Standorte sichern zu können."

Der Runde Tisch ist deutlich zurückhaltender: "Viele der empfohlenen Verfahren entsprechen entweder nicht dem Stand der Technik, oder sie sind so teuer, dass das Kalisalz aus dem Werratal auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig ist", so Prof. Brinckmann.

In der K+ S-Gesamtstrategie werden ökonomische, ökologische und soziale Ziele gleichrangig berücksichtigt. Hiervon werden Flora und Fauna in Werra und Weser und die Menschen in der Region erheblich profitieren, betont der Konzern.

Ebenfalls gestern stellte das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie seine Berechnungen zur Entwicklung der Salz-Einträge aus dem Untergrund in die Werra vor. Ergebnis: Über Jahrzehnte wurden derartige Mengen an Salzabwasser in den Untergrund versenkt, dass dieses nun nach oben drängt. Selbst wenn K+S sofort mit der Versenkung aufhört und auch kein Salz mehr in die Werra einleitet, würde noch über Jahrzehnte Salzabwasser aus dem Untergrund in die Werra dringen. In den höchst belasteten Abschnitten der Werra ist ein naturnaher Zustand auf absehbare Zeit nicht erreichbar.

Quelle: TLZ vom 27.05.2009

Druckversion