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Mo 04.05.2009 07:08

Flaschenpost: "Salz muss raus"

Gerstungen. (ep) "Wir werden solange den Protest fortsetzen, bis eine nachhaltige umweltgerechte Kaliproduktion zur Sicherung der Arbeitsplätze und zum Schutz der Umwelt gegeben ist". Das ist eine der Botschaften, die Gerstungens Werner Hartung gemeinsam mit einem Paddler als Flaschenpost nach der Protestveranstaltung am gestrigen 1. Mai in die Werra in die Werra einsetzte. Noch einmal mehr Teilnehmer als im Vorjahr waren sich einig: "Das Salz muss raus".

Gemeinsam mit dem Kanuclub Rennsteig hatte die Gemeinde wieder zum Protest aufgerufen. Und aus nahezu allen Teilen Deutschlands war Werra-Freunde angereist, um ihre Stimme gegen die weitere Versalzung des Flusses zu erheben. Für Hartung war der Tag Gelegenheit, eine Bilanz des im vergangenen Jahr Erreichten zu ziehen. "Die Belastung der Werra ist so hoch wie schon vor einem Jahr". Dass die Werra in diesem Winter nach Jahrzehnten wieder einmal zugefroren gewesen sei, liege leider nur an der Kurzarbeit im Kaliwerk. Der nach der Kurzarbeit wieder erreichte Chloridgehalt der Werra von 2500 Milligramm je Liter habe für ein rasches Tauen des Eises gesorgt. Und dennoch machte Hartung Mut: "Trotzdem sind wir ein großes Stück weiter gekommen". Man habe nun das Gutachten des BUND, das eindeutig die Kalilaugenbelastung als Hauptschuldigen für den schlechten Zustand der Werra benenne, und man habe gegen das Unternehmen Kali und Salz "und auch gegen unsere Behörden" durchgesetzt, dass in Gerstungen keine weiter Lauge versenkt werden dürfe. Überhaupt kamen die Landesregierung und ihre Behörden am gestrigen Tag in Gerstungen nicht gut weg. Einschätzung Hartungs: "Die Bevölkerung wird weiter verklappst".

Er war sich mit allen anderen Rednern einig, dass der Kampf, gerade auch gegen den von Hessen, Thüringen und Kali und Salz abgeschlossenen öffentlich-rechtlichen Vertrag, weiter gehen muss. Und da können sich die Gerstunger des Beistandes der Kanuten sicher sein, so Hermann Thiebes, Vize-Präsident des Freizeit- und Kanusport-Bundesverbandes. Er erinnerte daran, dass Kali und Salz ja bereits andere technische Möglichkeiten zur Beseitigung der Kalilauge nutze. Da sei es schon eine Frechheit, wenn dennoch die Werra weiterhin mit einer "ungeheuren Salzfracht" belastet werden solle und dies auch noch mit behördlicher Genehmigung.

01.05.2009 Von Peter Rossbach

Quelle: TLZ vom 04.05.2009

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