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Do 23.04.2009 08:01

Vorschlag der Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V. war erfolgreich - Pressemitteilung der WWA

WWA
Pressemitteilung

Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V.

Datum: 22.04.2009
Veröffentlichung: sofort

Werraversalzung

Vorschlag der Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V. war erfolgreich

Die K+S-Laugentransporte von der Werra in das niederländische Veendam zu Nedmag Industries sollen erheblich ausgeweitet werden. Im September 2008 hatte K+S in aller Stille begonnen, eine Probemenge von etwa 1.500 cbm an den Hersteller von Magnesiumund Calciumprodukten zu liefern.

Die dort angewandten Verfahren stammen von der Fa. K-UTEC aus Sondershausen, die 1995 bis 1997 im Auftrag der NEDMAG Industries Verfahren und Prozessdesign für die Herstellung von Magnesiumsulfat- und Kali-Magnesium-Dünger entwickelt hatte. Die K-UTEC AG ist eines der Unternehmen des Florett-Konsortiums, das die Grube Roßleben übernehmen will. K-UTEC hat die Verfahren entwickelt, die dort eine Düngemittelproduktion ohne Abstoß von Salzlaugen und ohne Salzhalden ermöglichen sollen.

Noch im Herbst 2008 hatten K+S-Verteter am Runden Tisch erklärt, es gebe keine technischen Möglichkeiten, die problematischen Magnesium- und Calciumsalze aus den Salzlaugen zu entfernen.

Hintergrund für das Umdenken scheint zu sein, dass sich K+S von dem sog. "Maßnahmenpaket" nun endgültig verabschieden muss.

Die Flutung von Bergwerken mit Magnesiumchloridlösungen war wesentlicher Bestandteil des "Maßnahmenpakets", für das insgesamt angeblich bis zu 360 Mio. Euro aufgewandt werden sollten. Die Vorbereitungen waren schon weit gediehen. K+S hatte bereits Anträge zur Trockenverwahrung von thüringischen Gruben geändert, um die Nassverwahrung zu ermöglichen, also die Gruben fluten zu können. Der für K+S offenbar unverzichtbare "Laugenverbund" hätte diese grenzüberschreitende Abfallbeseitigung technisch möglich gemacht.

Die Flutung von Bergwerken mit Salzabwässern der Kali-Industrie ist von Fachleuten sehr kritisch betrachtet worden, weil die Salzlaugen die verbliebenen Stützpfeiler schwächen und zum Einsturz bringen können. Es käme dann zu großflächigen Geländesenkungen und schweren Bergschlägen. Der wachsende Widerstand in Thüringen hat inzwischen die K+S AG bewogen, von ihren gefährlichen Plänen Abstand zu nehmen.

Mit dem Wegfall dieser Möglichkeit ist das "Maßnahmenpaket" der K+S AG als Gewässerschutzmaßnahme endgültig gescheitert. Schon im Oktober 2008 war klar geworden, dass die ebenfalls geplante weitere Versenkung von Abwässern in den Untergrund nicht genehmigungsfähig sein würde. Die in Aussicht gestellte Senkung der Salzfrachten um 30 % ist mit dem "Maßnahmenpaket" nicht zu erreichen.

K+S steht jetzt vor der Notwendigkeit, Fachwissen einzukaufen, weil sie über Jahrzehnte versäumt hat, eigene Verfahren technisch weiter zu entwickeln. Schon im November 2007 hatte der Geologe und Geochemiker Dr. Ralf Krupp auf der Anrainerkonferenz in Gerstungen darauf hingewiesen, dass nach dem Stand der Technik Salzlaugen auf Magnesium und Calcium entwertet werden können.

Die Anwendbarkeit von K-UTEC-Verfahren auf Produktionsabwässer der K+S AG zeigt, dass dieser Stand der Technik auch auf die Salzvorkommen an der Werra übertragbar ist. Es darf dann erwartet werden, dass die K+S AG die notwendigen Anlagen für ihre Abwässer selbst an den hessischen und thüringischen Standorten errichten lässt, statt in den Laugentourismus zu investieren.

"Die K+S AG muss dann nur noch - wie dies in Roßleben geschehen soll - die Reststoffe in ein Versatzkonzept übernehmen und außerdem die Salzhalden zurückbauen. Damit wäre eine salzwasserfreie Werra innerhalb der Fristen zu erreichen, welche die Wasserrahmenrichtlinie vorgibt. Eine zusätzliche Modernisierung der Abbaumethoden und die Gewinnung der Stützpfeiler könnte die Arbeitsplätze im Werrarevier auch langfristig erhalten", so Dr. Walter Hölzel, Vorsitzender der Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V.



Dr. Walter Hölzel
Vorsitzender "Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V."
Erster Stadtrat Witzenhausen
0 55 45-95 01 08
walter.hoelzel@web.de

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