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Einheitsgemeinde Gerstungen
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Im Brennpunkt

Mi 18.03.2009 06:55

Warten auf die Daten

Die Gemeinde wartet noch auf die genauen Daten der hydrodynamischen Messungen. Doch bei einem Termin vor Ort sind erste Ergebnisse bekannt geworden. "Es ist für alle überraschend", sagte Ulf Frank, Leiter der Gemeindewerke von Gerstungen, auf Anfrage. Salzabwässer strömen aus verschiedenen Richtungen in die Bohrung ein.

GERSTUNGEN. Bürgermeister Werner Hartung (pl) und Ulf Frank waren von Anfang an davon ausgegangen, dass die Salzabwässer nicht wegen des technischen Bohrvorgangs aus der Tiefe nach oben gespült worden sind und im Bohrloch verharren. Diese Auffassung hatte das Landesbergamt vertreten (TA berichtete). Dass statische Verhältnisse herrschen, ist nach Ansicht von Ulf Frank jetzt widerlegt. Es seien Strömungen in alle Richtungen festgestellt worden, von oben nach unten und umgekehrt sowie horizontal. "Im oberen Bereich fließen Salzabwässer aus dem umliegenden Gebirge nach", sieht der Leiter der Gemeindewerke die Befürchtungen bestätigt. Aber so schlimm hätte man es sich dann doch nicht vorgestellt. In der Tiefe von ca. 120 Meter wird das Trinkwasser gewonnen. Über Konsequenzen habe die Gemeinde noch nicht nachgedacht. Erst müssen die genauen Daten vorliegen, gibt Ulf Frank zu bedenken. Das beauftragte Ingenieurbüro liefert die Ergebnisse zunächst ans Landesbergamt. Danach wird die Gemeinde informiert. Noch am Freitagabend sind sogenannte Leitfähigkeitsmessungen vorgenommen und weitere vier Proben genommen worden. Neben der akuten Gefährdung des Trinkwassers geht es auch um die weitere Versenkung von Produktionsabfällen der Kaliindustrie im Plattendolomit der Gerstunger Mulde. Die ist zwar nach Aussage der Landesregierung mit der jüngst geschlossenen Vereinbarung zwischen Thüringen, Hessen und K+S dauerhaft vom Tisch. Doch in Gerstungen bleibt man skeptisch. Der im Vertragstext enthaltene Passus, "nach bisherigen Erkenntnissen" dürfe in Thüringen keine Lauge mehr versenkt werden, lasse zu vieles offen.

17.03.2009 Birgit SCHELLBACH

Quelle: TLZ vom 18.03.2009

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