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Im Brennpunkt

Mo 05.01.2009 07:15

Haldentechnik soll untersagt werden

Eisenach. (ep) Das Rennen um die wahrscheinlich letzte große Salzlagerstätte Deutschlands im mittleren Unstruttal bei Roßleben geht in die heiße Phase. Zwei große "Spieler" auf dem Kali-Düngemittelweltmarkt, die K+S-AG und ein Konsortium um die israelische ICL-Gruppe, haben ihre Bewerbung eingereicht. "Und siehe da, die Kali-Umwelttechnik GmbH Sondershausen (K-UTEL) legte im Auftrag der ICL-Gruppe ein Unternehmenskonzept vor, wo auf eine Produktion ohne die bisher gebräuchlichen Aufhaldungen über Tage und Laugeneinleitungen verzichtet wird", konstatierte die Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Werratal" in einer Mitteilung.
Der mehrstufige Verarbeitungsprozess aus einer Kombination von "trockenen" mechanischen Aufbereitungsschritten und "nasser" klassischer Verarbeitungsschritte werde bereits in Referenzobjekten in Großbritannien und in der Ukraine umgesetzt, berichtete BI-Sprecher Klaus Reinhardt.

Stand der Technik

Nun stelle sich die Frage, warum K+S mit Rückendeckung der Behörden vehement behaupte, dass die jetzige Entsorgungspraxis der Stand der Technik wäre. "Schon vor einem Jahr wurden ähnliche Verfahrensvorschläge der Werra-Weser- Anrainerkonferenz als ökonomisch und ökologisch nicht durchführbar bezeichnet", heißt es in dem Schreiben der BI.
Es sei schwer vorstellbar, dass ein weltweit operierendes Unternehmen keine Kenntnis von diesen neuen innovativen Verfahren gehabt habe. Deshalb fragen sich die Mitglieder der Initiative: Warum wurden sie bisher verschwiegen? Im Gegenteil, man benutze den Runden Tisch, der nach neuen Lösungen suchen soll, um die Bevölkerung angesichts des Protests gegen die jetzige Entsorgungspraxis zu beruhigen und um Zeit zu gewinnen.
"Nun holt K+S, durch das bevorstehende Ende der Laugenverpressung in Bedrängnis geraten, zum Befreiungsschlag aus und präsentiert ein Maßnahmepaket zur Laugenreduzierung. Das ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch letztendlich nicht ausreichend und 5 bis 6 Jahre zu spät. Ebenfalls bietet K+S im Bewerbungsrennen um Roßleben, um offensichtlich die eigenen Chancen zu verbessern, ein Konzept mit einer geringeren Einleitung von Salzabwässern in die Unstrut und höherem Einbau des Abraums unter Tage an.

Also geht es doch!", fasst Klaus Reinhardt zusammen "Versteht man darunter das von K+S so oft proklamierte gemeinsame Ringen um die Verträglichkeit von Ökonomie, Ökologie und Wachstum?", fragt sich die BI "Für ein lebenswertes Werratal" und fordert: "Wir wollen hier Klarheit und haben deshalb unseren Rechtsanwalt Möller-Meinecke beauftragt, das Regierungspräsidium Kassel aufzufordern, die von K+S praktizierte Aufhaldung von Abfällen in dieser Form
zu untersagen, da sie nicht mehr dem Stand der Technik entspricht."
In einem entsprechenden Schreiben, welches dem Regierungspräsidium Kassel bereits am 12. Februar 2008 zugegangen sei, werde mit Nachdruck verlangt, dass die Behörde nun endlich ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommt und ein Sachverständigengutachten zum Stand der Technik und damit zur Vermeidung von Umweltbelastungen in Auftrag gibt.
Wunsch ans Jahr "Für dieses Jahr kann man nur hoffen und wünschen, dass durch mehr Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit der Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik auch mehr Vertrauen geschaffen wird. Das ist die Grundlage, um eine für alle Seiten verträgliche Lösung zu finden", wünschen sich die Frauen und Männer der BI aus dem Werratal.

Quelle: TLZ vom 05.01.2008

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