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Im Brennpunkt

Sa 03.01.2009 07:00

Überm Bohrloch wird gestritten

Gemeinde kann Lauge über dem Dolomit nachweisen

Gerstungen. (ep) Es war ziemlich frisch draußen am Bohrloch und es dauerte seine Zeit, brachte Stress und Ärger, aber eigentlich auch ein klares Ergebnis: Die Tiefenbohrung von K+S nahe Gerstungen zeigte deutlich, dass sich Salzlauge ihren Weg durch das Plattendolomit hindurch in die höheren Schichten bahnt. Immerhin, das Vorhandensein der Lauge bei 400 Metern war nach dieser Bohrung unstrittig.

Ob die Ergebnisse der Messungen der darüber liegenden, und damit für das Trinkwasser interessanten Schichten allerdings repräsentativ sind, darüber gab es keine Einigkeit. Die Gemeinde Gerstungen sah es nun als erwiesen, dass "das da Suppe drin" ist. Aber das Thüringer Bergamt sieht das ein wenig anders. Da "K+S" offensichtlich bei der Bohrung nicht ordnungsgemäß vorgegangen ist, könne man repräsentative Ergebnisse für die trinkwasserrelevanten Schichten nur durch neue Bohrungen erhalten, so das Bergamt.

Das sah dann auch "K+S" plötzlich so, obwohl man sich vorher noch energisch gegen neue Bohrungen gewehrt hatte. Ein möglicher Grund fürs Einlenken der Firma könnte sein, dass ihr so langsam aber sicher die Entsorgungsmöglichkeiten aushegen, mutmaßen Kritiker. Schon bald ist in Springen Schluss. Das Unternehmen verweißt auf ein Maßnahmenpaket, das auch dem Runden Tisch "Werraschutz" vorgestellt wurde, mit dem erreicht werden soll, dass ab 2015 das Werk Unterbreizbach so produziert, dass keine Versenkung der Kalilauge mehr nötig ist.

Die Gemeinde Gerstungen fühlt sich durch das Agieren der Thüringer Behörden mal wieder allein gelassen. Allein der Laugenfund in 400 Meter tiefe zeige die Gefährdung des Trinkwassers deutlich genug.

03.01.2009 Peter Roßbach

Quelle: TLZ vom 03.01.2009

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