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Di 04.11.2008 06:00

K+S soll keine Lauge mehr versenken

Die in der Gerstunger Mulde versenkte Salzlauge hat das Grundwasser so massiv verunreinigt, dass der Chemieriese K+S nun keine neue Genehmigung zur Verfüllung erhalten soll.

ERFURT. Der Kasseler Chemieriese hat ein Problem. Das von ihm jahrelang in der Gerstunger Mulde versenkte Salzwasser hat das Grundwasser stark verunreinigt. Das geht aus den Ergebnissen einer amtlich angeordneten Probe hervor. Sie wurde in einer Tiefe von 480 Meter gezogen und weist einen 15- bis 20-fach erhöhten Bromid-Gehalt auf. Damit rückt die von Kali + Salz gewünschte Genehmigung für das weitere Versenken von jährlich 1,2 Millionen Kubikmetern Lauge in weite Ferne. "Unter diesen Umständen ist die Erteilung von weiteren Versenkgenehmigungen nach meiner Auffassung nicht begründbar", sagt der Staatsekretär des Thüringer Umweltministeriums, Stefan Baldus (CDU). Eine Aussage, auf die sich der Gerstunger Bürgermeister Werner Hartung (pl für die SPD) gerne beruft. Proteste seiner Bürger hatten im vorigen Jahr dazu geführt, dass Kali + Salz die Versenkung seiner Salzabwässer einstellen musste. In Kassel gibt man sich noch nicht geschlagen. "Wir warten die endgültigen Analysen ab", sagt der Unternehmenssprecher Ulrich Göbel. Sie werden für Mitte der Woche erwartet, dürften sich aber nach Einschätzung des Thüringer Umweltministeriums nicht wesentlich von dem unterscheiden, was jetzt schon bekannt ist. Immerhin, seine Produktion hat K+S schon gedrosselt. Begründet wird das aber mit dem sinkenden Düngemittelbedarf in der Landwirtschaft und nicht mit fehlenden Lagerstätten für die Salzabwässer.

Bürgermeister Hartung rechnet indes mit spitzen Stift. Seine Gemeinde will Schadenersatz für den Kohlbach II. Der Notbrunnen musste nach einer massiven Versalzung stillgelegt werden. Eine Million Euro stand damals auf der Schadenersatzforderung, die das Landesbergamt mit der Begründung zurückwies, dass die Versalzung auf natürlichem Wege eingetreten sein. "Die jetzt vorliegenden Proben sagen anderes", so Hartung. Er drängt erneut auf Entschädigung und hofft, dass Kali + Salz die Schäden beseitigt, die sie angerichtet haben. Ob man die Salzlauge aus den offensichtlich gerissenen Plattendolomit heraus bekommt und wie viel das kosten wird, "weiß heute noch keiner", so Hartung. Für die Qualität des aus dem Grundwasser gewonnenen Trinkwassers kann er allerdings Entwarnung geben. Das sei vielerorts schlechter als in Gerstungen.

03.11.2008 Von Ines KLEIN

Quelle: Thüringer Allgemeine vom 04.11.2008

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