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Im Brennpunkt

Mi 22.10.2008 09:21

"Kein Sinneswandel in Sicht"

Bürgerinitiative fordert Kaliproduzenten auf, Entsorgungsproblem zu lösen

Gerstungen/Dankmarshausen.
(ep) Drohender Imageverlust und Wertschätzung am internationalen Finanzmarkt passen nicht zusammen, findet die Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Werratal" und schreibt: "Am 3. September 2008 entschied die Deutsche Börse, K+S auf Grund der rasanten Verbesserung des Börsenwertes und des Aktienumsatzes in den ’Olymp’ der Börse, den DAX aufzunehmen. Anstatt diesen Erfolg und die damit in Verbindung stehende Gewinnsteigerung zum Anlass zu nehmen, in Sachen Entsorgungsstrategie umzudenken, dokumentiert K+S erneut, dass es dem Management nur um Kapital und Rendite geht und droht erneut mit Werksschließung angesichts des sich abzeichnenden Endes der Versenkung von Salzabwässern." Eine gleiche "Einschüchterungsstrategie" werde sichtbar beim Konzept für ein neues Kaliwerk nahe Roßleben. Initiativen-Sprecher Klaus Reinhardt meint: "Es ist zwar legitim, im Rahmen der Wachstumsstrategie in die Zukunft zu planen, aber es zeugt genauso von einer gewissen Dreistigkeit dies zu tun, ohne die gegenwärtigen Entsorgungsprobleme in der Werraregion in den Griff zu bekommen."

Forderungen

Gleichzeitig im Zusammenhang mit der Schaffung von 700 Arbeitsplätzen an diesem neuen Standort von der Politik zu fordern, die erforderlichen Genehmigungen für die Errichtung einer Rückstandshalte sowie eine Einleitegenehmigung für salzhaltige Wässer sicherzustellen, lasse kein Umdenken von K+S erwarten und müsse der Bevölkerung angesichts der Vernichtung von Arbeitsplätzen im Zuge der Kalifusion nach der Wende wie ein Schlag ins
Gesicht vorkommen. "Deshalb können wir der Bevölkerung und den kommunalen Entscheidungsträgern in dieser Region nur raten: Sollte K+S dennoch den Zuschlag erhalten, dann lasst Euch nicht überrumpeln und sichert ab, dass die Genehmigungsbehörden hinsichtlich der Einhaltung gesetzlich vorgeschriebener Umweltstandards strengste Maßstäbe anlegen. Das Gleiche tut bei der Sicherung der versprochenen Arbeitsplätze", argumentieren die Mitglieder der BI. Damit in Verbindung fordern sie K+S erneut auf, "nun endlich die Strategie zu ändern, nicht mehr auf Zeit zu spielen und ernsthaft an einer kurzfristigen Lösung der Entsorgungsprobleme mitzuarbeiten". Es wäre ein großer Fehler und würde die Arbeitsplätze in der Werraregion dauerhaft gefährden, wenn das Unternehmen auf positive politische Entscheidungen bezogen auf die Festschreibung neuer Grenzwerte in den nächsten Jahren zu seinen Gunsten hoffen würde. Der Runde Tisch, heißt es in der BI-Mitteilung, wäre eine mögliche Plattform, die Entsorgungsproblematik zu entschärfen, vorausgesetzt jeder der Teilnehmer und insbesondere K+S wären gewillt, eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden.

Vertrauen gewinnen

In den sich abzeichnenden schwierigen Zeiten, in denen die Menschen weniger Kapitalismus und mehr soziale Gerechtigkeit forderten, wäre es eine gute Möglichkeit, auch mit Blick auf das Wahljahr 2009, verloren gegangenes Vertrauen in die Entscheidungsträger von Politik und Wirtschaft wieder zu gewinnen, so Klaus Reinhardt. Denn eines, davon ist er überzeugt, steht bereits jetzt fest: "Heute brauchen wir Eure Stimme, morgen braucht Ihr Unsere!"

Quelle: Thüringer Landeszeitung vom 22.10.2008

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