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Fr 19.09.2008 07:00

K + S sucht Verwertungsmöglichkeiten für Salzlaugen - Pressemitteilung der Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V. vom 16.09.2008

WWA
Pressemitteilung

Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V.

Datum: 16.09.2008
Veröffentlichung: sofort


Werra-Versalzung

Die Werra-Weser-Anrainerkonferenz schlägt vor und der Weltkonzern bewegt sich - K+S sucht Verwertungsmöglichkeiten für Salzlaugen

In Kürze wird K+S damit beginnen, Salzauge aus Unterbreizbach in die Niederlande zu transportieren, um sie verwerten zu lassen. Von Interesse ist dort insbesondere der Gehalt an Magnesiumsalzen.

Die Magnesiumionen in den Salzlaugen verursachen - gemeinsam mit den Calciumionen - den hohen Härtegrad der Werra. Der zulässige Grenzwert für die Wasserhärte am Gerstunger Pegel ist aus diesem Grunde mehrfach bis auf 90° Deutscher Härte erhöht worden.

Auf der zweiten Anrainerkonferenz am 27.11.2007 in Gerstungen hatte der Geologe und Geochemiker Dr. Krupp darauf hingewiesen, dass K+S unzureichende Aufbereitungsverfahren einsetzt und deshalb einen hohen Anteil Kalidünger und auch die als Wertstoffe geschätzten Magnesiumverbindungen ungenutzt lässt und mit den Salzlaugen in die Werra leitet. International werden aber mehrere Verfahren eingesetzt, die eine weitere Aufbereitung der Salzlaugen gestatten. Allein damit sei es möglich, die Versalzung von Werra und Weser deutlich zu senken.

K+S hatte dagegen bis in vor wenigen Wochen - auch noch am Runden Tisch - bestritten, dass einen Stand der Technik in der Kaliindustrie gebe, der eine weitere Aufarbeitung der Salzlaugen ermögliche. Davon scheint K+S nunmehr abzurücken.

Dem Vernehmen nach sollen die Salzlaugen zu Testzwecken an die NEDMAG Industries im niederländischen Veendam geliefert werden. NEDMAG Industries baut die dortigen Salzvorkommen durch Kavernenspülung ab und gewinnt aus den Salzlaugen neben Kalium- auch Magnesium- und Calciumsalze, die zu einer Reihe von Produkten verarbeitet werden. Die Jahresproduktion von Magnesiumsalzen beträgt 500.000 to.

Hintergrund für das Umdenken scheint zu sein, dass die weitere Versenkung der Salzlaugen in der Gerstunger Mulde nicht genehmigungsfähig ist, weil dort bereits Salzlauge in den für die Trinkwassergewinnung genutzten Buntsandstein eingedrungen ist.

Dr. Fritsche von der Hess. Landesanstalt für Umwelt und Geologie hatte auf der Anrainerkonferenz in Witzenhausen und erneut in einer Arbeitsgruppe des Runden Tisches gefordert, die Versenkung von Salzlaugen einzustellen, weil sie bereits an die Oberfläche drängen und als "diffuse Einträge" direkt oder über die Vorfluter in die Werra gelangen. Damit verdichten sich die Hinweise, dass auch die Versenkung im Werra-Revier an ihre Grenzen gestoßen ist - wie vorher schon bei Neuhof-Ellers.



Dr. Walter Hölzel
Vorsitzender "Werra-Weser-Anrainerkonferenz"
Erster Stadtrat Witzenhausen
0 55 45-95 01 08
walter.hoelzel@web.de


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