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Im Brennpunkt

Do 07.08.2008 11:10

Talsperrenwasser in die Werra?

Gerstungen. (ep) Wenn sich heute eine Arbeitsgruppe des "Runden Tisches Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion" beim Unternehmen K + S in Kassel trifft, um eine 27 Punkte umfassende Maßnahmeliste zur Gesundung der Werra durchzuarbeiten, ist darunter auch eine Idee aus DDR-Zeiten. Unter Maßnahme 26 hat ein ehrenamtliches Mitglied des Naturschutzbundes Hessen vorgeschlagen, doch einmal darüber nachzudenken, die Werra mit Wasser aus Talsperren zu verdünnen, so, wie das in den 70er Jahren schon einmal diskutiert - und wieder verworfen wurde.

Stephan Gunkel vom Landesverband Thüringen des Bundes für Umweltschutz und Natur (BUND), der für die thüringischen Natur- und Umweltschutzverbände am Runden Tisch sitzt, nennt das keinen Witz. Dahinter stehe die Überlegung, in guten Zeiten Wasser zu speichern, das in Niedrigwasserzeiten dem Fluss zugesetzt wird. "Das kratzt jedoch nur am Lack und löst die Werra-Problematik nicht", so der BUND-Mann. Das sei ergo auch nicht "die Position des Naturschutzbundes".

Dass der Vorschlag von einem Nabu-Vertreter stammen soll, hatte die TLZ zuvor aus dem Thüringer Umweltministerium erfahren. Auf Anfrage im Büro von Umweltstaatssekretär Stefan Baldus sagte eine Mitarbeiterin, dass diese Idee aus Thüringer Sicht nicht geteilt werde. Die vier Wasserspeicher im Werra-Einzugsgebiet, die Talsperren Schönbrunn und Erletor sowie der Bergsee Ratscher und das Rückhaltebecken Grimmelshausen, seien ungeeignet.

Bei der Thüringer Fernwasserversorgung, dem Nachfolger der Talsperrenverwaltung, sei das "kein Thema", erfuhr die TLZ. Fachlich einschätzen könnte den Vorschlag Leiter Jens Peters, der aber ist imUrlaub.

Gerstungens Bürgermeister Werner Hartung, Mitglied am Runden Tisch, ist "völlig offen für Vorschläge". Schieber auf und Wasser in die Werra,ob das hilft, "das kann ich allerdings nicht einschätzen", meint er. Da die Talsperren jedoch zum größten Teil Trinkwasser führten, sei das doch wohl eher "eine wahnsinnige Vergeudung". Doch egal, alles, was hilft, die Konzentration der Salzlauge in der Werra zu verhindern, müsse auf den Tisch. Warum also nicht auch über die Einbindung von Talsperren sprechen. Zeit für eine Vorbereitung auf die 27 Punkte hatte er nicht. Die Arbeitspapiere für die Sitzung heute sind erst gestern Vormittag per Mail eingegangen.

Heute will der Runde Tisch sein Werk in einer Arbeitsgruppe fortsetzen - "neutral, unvoreingenommen und lösungsorientiert", wie auf seiner Homepage steht. Dass er nicht mehr an wechselnden Orten tagt, wie das mal fest vorgesehen war, begründete der Leiter Prof. Hans Brinckmann damit, dass man das einhellig beschlossen habe: "Dies ist für die meisten Mitglieder praktischer."

06.08.2008 Von Rita Specht

Quelle: TLZ vom 06.08.2008

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