Aktuelles Gemeindeportrait Rathaus Bürgerservice Wohnen & Wirtschaft Freizeit & Tourismus Bildung & Soziales
Einheitsgemeinde Gerstungen
Ortsteile: Gerstungen | Lauchröden | Oberellen | Unterellen | Neustädt | Sallmannshausen
Ortsteil LAUCHRÖDEN
Aktuelles
Aktuelles
  Veranstaltungen  
  Bekanntmachungen  
  Ausschreibungen  
  Auftragsvergabe  
  Wahlen  
  Wetter  
  Amtsblatt  

Im Brennpunkt

Do 08.05.2008 07:49

Gerstungen stoppt Wasserprüfungen (TLZ)

Gerstungen. (ep) Die Gemeinde Gerstungen untersagte gestern gegenüber dem Landesbergamt "mit sofortiger Wirkung" die Probeentnahme aus örtlichen Trinkwasserbrunnen durch Mitarbeiter des Unternehmens Kali + Salz (K + S). Gleichzeitig fordert sie, dass das Wasser durch ein unabhängiges Institut oder eine Behörde geprüft wird. Das teilten Gerstungens Bürgermeister Werner Hartung und Ulf Frank, Leiter der Gemeindewerke, mit.

K + S wird vorgeworfen, Proben über mehrere Wochen nicht bearbeitet und Ergebnisse nicht, nur unvollständig oder über mehrere Wochen verzögert dem Landesbergamt und der Gemeinde zur Verfügung gestellt zu haben. Unverständlich sei auch die Überprüfung der Trinkwasserbrunnen auf eine Schwermetallbelastung, äußerte sich der Bürgermeister, der als Grund dafür "nur eine extreme Belastung der Lauge mit Schwermetallen oder alternativ die Diskreditierung der Trinkwasserversorgung der Gemeinde Gerstungen" in Betracht zieht. Gemeinde und Gesundheitsamt würden die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte kontinuierlich prüfen, so Werner Hartung.

Die Vorwürfe belegt er: So habe die Gemeinde am 2. Mai durch das Landesbergamt vorab die Information erhalten, dass es an einem Trinkwasserbrunnen zu einer massiven Grenzwertüberschreitung durch das Schwermetall Nickel gekommen sei. Dabei habe es sich um eine Probe vom 15. Februar gehandelt, die durch K + S am 8. April untersucht worden sei. Das Ergebnis von diesem Tag sei der Behörde am 30. April mitgeteilt worden. Daraufhin habe die Gemeinde den Trinkwasserbrunnen vom Netz genommen und durch ein unabhängiges Institut überprüfen lassen. Ergebnis: "Zu keinem Zeitpunkt" sei der Grenzwert Nickel überschritten worden.

Das Vertrauen in die Messungen des K + S-Labors und die Probeentnahmen sei nun "vollständig zerstört", so die Gemeindespitze, die Staatssekretär Stefan Baldus vom Umweltministerium um ein Gespräch bat.

Hartmut Kießling, Leiter des Landesbergamtes Thüringen, will die Vorwürfe "mit den zuständigen Wasserbehörden prüfen", sagte er der TLZ. Das von ihm geführte Amt sei ja "nicht direkt zuständig" für das Monitoring. "Aufgrund der Situation erachte ich es als außerordentlich sinnvoll, sich gegenseitig zu ergänzen", ließ sich der Behördenleiter dann doch noch eine Wertung der neuerlichen Konfrontation abringen.

Auch Schwermetalle

Die von K + S durchgeführten Trinkwasserproben entsprächen den Forderungen des Landesbergamtes Thüringen. Dazu gehöre nicht nur die Überprüfung auf Salze und Chloride, sondern auch auf Schwermetalle, sagte K + S-Pressesprecher Ulrich Göbel der TLZ. Das sei der Gemeinde auch "frühzeitig" bekanntgegeben worden. Die Proben würden monatlich in Anwesenheit eines Gemeinde- und Behördenvertreters genommen. Auch die Analyse erfolge monatlich.

"Der erhöhte Nickelwert ist uns nicht erklärlich", äußerte sich Ulrich Göbel zum beanstandeten Probenergebnis vom 2. Mai. Wegen dieser Unerklärlichkeit habe man dem Landesbergamt empfohlen, die Kontrollmessungen in kürzeren Abständen vorzunehmen. Dass K + S die Trinkwasserversorgung von Gerstungen diskreditieren wolle, wurde zurückgewiesen: "Wir haben daran kein Interesse." Die Probenuntersuchungen nähmen Zeit in Anspruch. Ob es sich bei der dargestellten Zeitspanne einer Probe um die Regel oder um eine Ausnahme handelt, soll geprüft werden.

Das von K + S beauftragte Labor verfüge über alle nötigen Akkreditierungen. Analysen wie diese seien für die Spezialisten "nur Fingerübungen".

07.05.2008 Von Rita Specht

Quelle: TLZ vom 08.05.2008

Druckversion