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Mi 07.05.2008 14:05

Gemeinde Gerstungen untersagt ab sofort Messungen durch K + S an Trinkwasserbrunnen

Presseerklärung

Gemeinde Gerstungen untersagt ab sofort Messungen durch K + S an Trinkwasserbrunnen

Die Gemeinde Gerstungen hat heute gegenüber dem Landesbergamt mit sofortiger Wirkung eine Probeentnahme aus Trinkwasserbrunnen der Gemeinde Gerstungen durch Mitarbeiter der K + S untersagt und gleichzeitig die Durchführung des Monitorings durch ein unabhängiges Institut oder durch behördliche Einrichtungen gefordert.

Hintergrund ist die vollständige Ineffektivität der Probeentnahme durch K + S insbesondere in zeitlicher Hinsicht. Proben wurden über mehrere Wochen nicht bearbeitet und die Probeentnahmeergebnisse nicht oder nur unvollständig und wiederum über mehrere Wochen zeitlich verzögert dem Landesbergamt und im Anschluss daran der Gemeinde Gerstungen zur Verfügung gestellt.

Unverständlicherweise erfolgt auch nunmehr eine Überprüfung der Trinkwasserbrunnen auf eine Schwermetallbelastung. Nach sachverständiger Mitteilung kann hier als Grund nur eine extreme Belastung der Lauge mit Schwermetallen oder alternativ die Diskreditierung der Trinkwasserversorgung der Gemeinde Gerstungen in Betracht kommen.

Die Gemeinde Gerstungen und das Gesundheitsamt prüfen kontinuierlich die Einhaltung der gesetzlichen Grenzewerte.

Am 02.05.2008 erhielt die Gemeinde Gerstungen durch das Landesbergamt vorab telefonisch die Information, dass es an einem Trinkwasserbrunnen der Gemeinde zu einer massiven Grenzwertüberschreitung des Schwermetalls Nickel gekommen sei. Dabei handelte es sich um eine Probe vom 15.02.2008, die durch K + S am 08.04.2008 untersucht worden sei, das Ergebnis von diesem Tage wurde der Behörde erst am 30.04.2008 mitgeteilt.

Nachdem die Gemeinde Gerstungen vorsorglich den betroffenen Trinkwasserbrunnen vom Netz genommen hatte, wurden die bisherigen Messergebnisse überprüft und die entsprechenden Rückstellproben durch ein unabhängiges Institut analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass zu keinem Zeitpunkt eine Überschreitung des Grenzwertes von Nickel existierte.

Eine Gefahr durch Nickel für die Trinkwasserversorgung bestand somit nicht.

Das Vertrauen in die Messungen des Labors der K + S sowie die Probeentnahmen ist damit vollständig zerstört. Die Frage der Diskreditierung der Trinkwasserversorgung ist im Hinblick auf die gegensätzlichen Interessen zu befürchten.

Das Landesbergamt wurde entsprechend schriftsätzlich über den Rechtsanwalt der Gemeinde, Alexander Reitinger, informiert und zur Stellungnahme aufgefordert. Gleichzeitig wurde Herr Staatssekretär Baldus informiert und um ein Gespräch gebeten.


Werner Hartung - Bürgermeister

Ulf Frank - Werkleiter

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