Aktuelles Gemeindeportrait Rathaus Bürgerservice Wohnen & Wirtschaft Freizeit & Tourismus Bildung & Soziales
Einheitsgemeinde Gerstungen
Ortsteile: Gerstungen | Lauchröden | Oberellen | Unterellen | Neustädt | Sallmannshausen
Ortsteil LAUCHRÖDEN
Aktuelles
Aktuelles
  Veranstaltungen  
  Bekanntmachungen  
  Ausschreibungen  
  Auftragsvergabe  
  Wahlen  
  Wetter  
  Amtsblatt  

Im Brennpunkt

Fr 02.05.2008

Mit Ballons gegen Versalzung

Gerstungen. (ep) In jeder Stunde des Tages muss die Werra eine Menge an Salz und Lauge aufnehmen, die der Füllmenge von 15 Lastern Kubikmeter entspricht. "Das sind aufs Jahr gerechnet eben jene rund zehn Millionen Kubikmeter gesättigter Lauge, mit der die Werra jährlich durch Direkteinleitung und Versenkrücklauf belastet wird. Was für ein Wahnsinn", findet Gerstungens Bürgermeister Werner Hartung.

Rund 500 Menschen hatten sich zur Protestkundgebung und anschließendem Anpaddeln an der Gerstunger Werrabrücke eingefunden. Der Kanu-Club Rennsteig aus Hörschel hatte eingeladen. Und so zeigten Kanu-Sportler aus ganz Deutschland gemeinsam mit den Menschen aus der Region Flagge. "Nein zur Verschmutzung von Werra und Weser. Das Kalisalz muss raus", rief so Hermann Thiebes, Vizepräsident "Freizeitsport" im Deutschen-Kanu-Verband, den Teilnehmern zu. Die Gewässer seien für Kanu-Sportler nicht nur "unserer Sportplatz, sondern Orte, an denen wir Natur erfahren können". Deshalb habe man die Unterschriftaktion der Bürgerinitiative "Rettet die Werra" auch gerne unterstützt und allein die Kanuvereine hätten 11 000 Unterschriften gesammelt. Thiebes fordert die ebenfalls anwesende Bundestags-Vize-Präsidentin Katrin Göring-Eckardt auf, sich dafür einzusetzen, dass sowohl die Bürgerinitiative als auch der Kanuverband einen Platz am Runden Tisch "zur Verbesserung der Gewässerqualität der Werra und der Weser" bekommen. Derzeit würden diese unmittelbar Betroffenen vom Runden Tisch ausgeschlossen.

Alle Redner waren sich einig, dass nun alle technischen Möglichkeiten eingesetzt werden müssten, um mittel- und langfristig weitere Salzeinleitungen in die Werra zu vermeiden. Bürgermeister Hartung erinnerte daran, dass man über den Protest gegen die Salzeinleitung nicht die anderen Probleme vergessen dürfe: Müllverbrennungsanlage, Kaliabraumhalden und Laugenversenkung. "In all diesen Fällen handelt es immer um die gleiche Gruppe von Profiteuren und die gleich große Masse an Betroffenen". Gemeinsam mit den Kanu-Sportlern wurden dann auch noch 1000 Luftballons auf die Reise die Werra hinab geschickt, Aufdruck: "Kalilauge muss raus".

Fotos im Internet, hier

02.05.2008 Von Peter Rossbach

Quelle: TLZ vom 02.05.2008

Druckversion