Aktuelles Gemeindeportrait Rathaus Bürgerservice Wohnen & Wirtschaft Freizeit & Tourismus Bildung & Soziales
Einheitsgemeinde Gerstungen
Ortsteile: Gerstungen | Lauchröden | Oberellen | Unterellen | Neustädt | Sallmannshausen
Ortsteil LAUCHRÖDEN
Aktuelles
Aktuelles
  Veranstaltungen  
  Bekanntmachungen  
  Ausschreibungen  
  Auftragsvergabe  
  Wahlen  
  Wetter  
  Amtsblatt  

Im Brennpunkt

Do 14.02.2008

Sagt K + S Ja zur Nordsee-Pipeline?

Gerstungen/Erfurt. (ep) Gerstungens Bürgermeister Werner Hartung ist "vorsichtig positiv gestimmt". Die Meldung, dass Kali + Salz in seinem dem Umweltministerium vorgelegten "Maßnahmeplan zur mittel- und langfristigen Entsorgung der Kaliabwässer bis 2020" nun auch eine Pipeline für die Lauge bis an die Nordsee aufgenommen hat, "löst bei mir aber auch keine Euphorie aus", so Hartung. Er wartet nun darauf, dass er den Plan auch auf den Tisch bekommt, denn "der Teufel steckt da im Detail". Aber immerhin K + S habe sich bewegt und das sei erst einmal positiv zu bewerten.

Das Unternehmen hatte Ende des Jahres 2007 die Genehmigung bekommen, Kalilauge zeitlich befristet in einem ehemaligen Bergwerksschacht bei Springen lagern zu dürfen. Eine Auflage für die Genehmigung, dass K + S bis Februar 2008 einen solchen Maßnahmeplan vorlegt. Und dieser, so bestätigt Ministeriumssprecherin Katrin Trommer-Huckauf auf TLZ/EP-Anfrage, liegt nun vor. Darin nehme das Unternehmen die Idee zum Bau der Nordsee-Pipeline auf. Zudem sei im Plan aufgeführt, dass K + S die Kosten für eine Notwasserversorgung der Gemeinde Gerstungen übernehmen will. Zudem solle es künftig "Tiefenüberwachung" in unteren Gesteinsschichten im Bereich Gerstungen geben. Die dort gewonnenen Daten sollen dabei automatisch an die Gemeinde Gerstungen und die zuständige Landesbehörde übermittelt werden.

Wohlwollen

"Das Ministerium sieht dies mit Wohlwollen", so Trommer-Huckauf. Man werde den Plan nun genauestens prüfen und im Gespräch mit allen Beteiligten nach das weitere Vorgehen abstimmen. Sicher sei allerdings auch, dass damit kurzfristig noch keine Lösung der Entsorgunsgproblematik erreicht werden könne. Und so bleibt wohl auch eine weitere Einleitung von Salzabwässern und die Versenkung etwa in die Gerstunger Mulde weiter ein Thema.

Und genau dies will Bürgermeister Hartung natürlich nicht mit sich machen lassen. "Was nutzt es mir, wenn Kali & Salz jetzt für den bereits ausgefallenen Trinkwasserbrunnen eine Notwasserversorgung zahlt, mir dann aber nach und nach alle anderen Brunnen ausfallen, weil weiter Kalilauge eingeleitet wird". Das K + S- Angebot sei eine Basis für neue Verhandlungen, mehr aber auch nicht. Im übrigen müsse man auch abwarten, wie sich das Ministerium positioniere.

Vertraulichkeit

"Es war mit dem Ministerium Vertraulichkeit vereinbart und daran werden wir uns auch halten", so ein sichtlich durch das Vorpreschen des Thüringer Ministeriums enttäuschter K + S-Sprecher Oliver Morgenthal auf TLZ/EP-Anfrage. Richtig sei, dass man diesen Plan vorgelegt habe. Man habe aber schon im Herbst 2007 gesagt, dass in der Kürze der Zeit noch kein abschließender Maßnahmeplan entstehen könne. Man habe nun dargelegt, welche Dinge man technisch angehen könne, um das Thema abzuarbeiten.

"Gerade um Spekulationen keinen Raum zu geben, hatten wir ja Vertraulichkeit vereinbart, damit die Behörde den Plan in Ruhe prüfen kann", so Morgenthal. Diese Zeit der Prüfung und der Miteinander-Redens sollte man sich für eine solch komplexe Materie auch geben.

14.02.2008 Von Peter Rossbach

Quelle: Thüringer Landeszeitung 15.02.2008

Druckversion