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Im Brennpunkt

Fr 02.11.2007

Berka/Werra: Salztest vor den Augen des Ministerpräsidenten

GESCHENK: Zum Abschluss gab es für Dieter Althaus (l.) Salzmiere.Seine inzwischen etablierte Thüringen-Tour führte Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) gestern in den Wartburgkreis. Auch an die Werra, wo der Streit um die weitere Entsorgung der Salzlauge seit Monaten die Menschen umtreibt.

BERKA/WERRA. Dieter Stellmacher (Linke) war gestern Früh extra noch in die Werraaue spaziert, auf der Suche nach Salzmiere. Er wurde fündig. So erhielt Dieter Althaus am Wasserkraftwerk in Berka/Werra ein ungewöhnliches Abschiedssträußchen von Umweltexperte Tilo Kummer (Linke) in die Hand gedrückt. Ganz klar: "Wir wollten zeigen, welche Auswirkungen die Verpressung von Salzlauge auf die Region hat", kommentierte Kummer. Salzflora breite sich im Dankmarshäuser Raum immer weiter aus, warnte der Landtagsabgeordnete. Er und seine Landtagskollegen hatten vor dem Wasserkraftwerk gegen eine weitere Versalzung der Werra protestiert. Auch wenn sich Althaus eigentlich das Kraftwerk anschauen wollte, um sich über alternative Energien zu informieren: Der Streit darüber, wo der hessische Düngemittelhersteller Kali + Salz die Salzlauge künftig entsorgen darf, beherrschte die gute halbe Stunde des Termins. Johannes Woth, Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Berka/Werra, und Gerstungens Bürgermeister Werner Hartung hatten gleich die Messgeräte mitgebracht. Da konnte der Regierungschef live erleben, wie mit einem zu Wasser gelassenen Eimer eine Probe entnommen und gleich vor Ort ausgewertet wurde. Der Wasserwert dort war normal, das herbeigeschaffte, unverdünnte Haldenwasser vom Monte Kali indes zeigte, wie immens hoch der Salzgehalt ist. Auch wenn Dieter Althaus Hartung und Woth nichts Neues zu sagen hatte, machte er dennoch die Position der Thüringer Landesregierung deutlich. Die Genehmigung, die Salzlauge aus Unterbreizbach befristet in einen Stollen in Springen zu entsorgen, sei nur eine Frist, in der K + S eine nachhaltige Lösung vorzulegen hat. "Wir wollen bis 1. Februar 2008 ein nachhaltiges Konzept", bekräftigte Althaus. Es brauche neue Technologien. Die Gerstunger Mulde könne keine dauerhafte Entsorgungsmöglichkeit für den Kalikonzern sein. "Die Salzfracht in der Werra darf sich nicht erhöhen", so Althaus weiter. Der Vorwurf, die Genehmigung für Springen sei vorschnell erfolgt, wies der Ministerpräsident zurück. "Der Stollen in Springen ist ein bewährter und sicherer Standort".

Von Katja SCHMIDBERGER

01.11.2007

Quelle: Thüringer Allgemeine vom 02.11.2007

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