Aktuelles Gemeindeportrait Rathaus Bürgerservice Wohnen & Wirtschaft Freizeit & Tourismus Bildung & Soziales
Einheitsgemeinde Gerstungen
Ortsteile: Gerstungen | Lauchröden | Oberellen | Unterellen | Neustädt | Sallmannshausen
Ortsteil LAUCHRÖDEN
Aktuelles
Aktuelles
  Veranstaltungen  
  Bekanntmachungen  
  Ausschreibungen  
  Auftragsvergabe  
  Wahlen  
  Wetter  
  Amtsblatt  

Im Brennpunkt

Fr 26.10.2007

Gerstungen kämpft weiter

Gerstungen. (ep) Die Gemeinde Gerstungen gibt nicht klein bei. "Die Bedrohung des Trinkwassers kann nicht mit der Bedrohung von Arbeitsplätzen abgewogen werden, zumal die jetzige Situation bei der Kali GmbH hausgemacht ist. Die prekäre Entsorgungslage der Firma ist nicht auf das Verhalten der Gemeinde Gerstungen zurückzuführen," setzt sich Bürgermeister Werner Hartung zur Wehr.

Gerstungen werde sowohl den Widerspruch gegen den mittlerweile beendeten Probebetrieb zur Versenkung von Kalilauge im Bereich "Gerstunger Mulde" aufrechterhalten als auch "sich in Zukunft gegen jede Versenktätigkeit zum Schutz des Trinkwassers zur Wehr setzen."

9,5 Millionen Kubikmeter Kalilauge hat die Firma "K & S" bereits in der "Gerstunger Mulde" versenkt und strebt nun eine Verlängerung der Versenktätigkeit um zwei Jahre mit maximal zwei weiteren Millionen Kalilauge an. Da will die Gemeinde nicht mitspielen.

"Die Gemeinde Gerstungen befürchtet aufgrund ihrer selbst in Auftrag gegebenen gutachterlichen Untersuchungen sowie der Erfahrungen anderer Gemeinden mit der Versenkung in der Vergangenheit, dass durch das Versenkgeschehen die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Gerstungen über kurz oder lang unbrauchbar wird, zumal bereits jetzt Beeinträchtigungen der Trinkwasserbrunnen durch das Versenken der Salzabwässer festzustellen sind, der Ausfall eines Ersatzbrunnens musste bereits hingenommen werden", so Hartung. Und die Gerstunger sehen sich im Recht. Das Gesetz verbiete diese Versenkung: "Sobald eine Beeinträchtigung des Trinkwassers bereits nur befürchtet werden muss, war und ist nach zwingendem Recht die Genehmigung zu versagen." Zudem spreche die EU-Wasserrichtlinie eine deutliche Sprache zugunsten der Gemeinde. Hartung: "Eine Abwägung zugunsten wirtschaftlicher übergeordneter Interessen ist hier nicht möglich."

Ohne Ergebnis

Alle Verhandlungen mit der Firma hätten kein Ergebnis gebracht. Selbst der Kompromissvorschlag von Staatssekretärs Stefan Baldus, bei Weiterbetrieb des Pufferspeichers wenigstens die Garantie für die Versorgung mit Trinkwasser bezüglich Versorgungssicherheit, Preis und Qualität durch die Kali GmbH abzugeben, wurde von K & S abgelehnt.

26.10.2007 Von Peter Rossbach

Quelle: Thüringer Landeszeitung vom 26.10.2007

Druckversion