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Im Brennpunkt

Fr 05.10.2007

Die Verantwortung wurde wahrgenommen - Weitere Laugenversenkung im Gemeinderat abgelehnt -

Es war schon beeindruckend, wie sich die 16 anwesenden Mitglieder des Gerstunger Gemeinderates zu ihrer Sitzung am 4. Oktober im Bürgerzentrum im Bahnhof in großer Einmütigkeit gegen die weitere Laugenversenkung durch die Kali & Salz AG in der Gerstunger Mulde (Plattendolomit) aussprachen. In einer geschlossenen Beratung vor Beginn der öffentlichen Sitzung hatten sie sich nochmals mit den anstehenden Problemen in Gegenwart eines beauftragten Rechtsanwaltes auseinandergesetzt. Bürger-meister Werner Hartung konnte dann die zahlreichen Besucher, unter ihnen Landtagsabgeordnete wie Christian Köckert (CDU) und Heiko Genzel (SPD) nochmals mit den bestehenden Fakten bekannt ma-chen. Die bisherigen Verhandlungen mit K+S hatten leider zu keinem konkreten Ergebnis hinsichtlich der Sicherung der Gerstunger Trinkwasserversorgung geführt. Letztlich führten alle Gesprächsangebote und Versprechungen der Verhandlungsführer von K+S immer wieder zu dem Ergebnis, dass für sie eine Verlängerung und sogar eine Ausweitung des bisher genehmigten Probebetriebes zur Versenkung von Kalilauge in der Gerstunger Mulde mit Blick auf eine Dauergenehmigung im Vordergrund stand. Dem konnten die Gemeinderäte in Wahrnehmung ihrer Verantwortung für die gesicherte Trinkwasserversorgung der Bürger in und um Gerstungen keinesfalls zustimmen.

Dass es fast schon zu spät ist, um ernsthafte Schädigungen des Grundwassers und auch der Umwelt allgemein zu vermeiden, zeigte das vorliegende Gutachten eines unabhängigen Wissenschaftlers, welches Bürgermeister Hartung den Anwesenden zur Kenntnis gab.

Die Diskussion zum Thema brachte dann nochmals die dringende Notwendigkeit und den festen Willen aller Beteiligten zum Ausdruck, die weitere Zustimmung zur Laugenversenkung durch K+S endgültig zu versagen. Bereits eingetretene Schädigungen an Tiefbrunnen, der stillgelegt werden musste, geben bereits Anlass zur Sorge.

Nachdenklich stimmte auch die Tatsache, dass in Hessen die Versenkung von Lauge verboten wurde, wir bei uns aber die "Brühe" weiter schlucken sollen. Die Androhung des Verlustes von Arbeitsplätzen in Unterbreizbach kann auch nicht akzeptiert werden, da K+S durchaus andere Möglichkeiten hätte, anfallende Lauge zu entsorgen. Im Übrigen hatte das Unternehmen schon einige Jahre Zeit, ein schlüssiges Entsorgungskonzept zu erstellen. Man dachte wohl, dass es irgendwie schon gut gehen würde. Es sollte auch nicht vergessen werden, dass der Staatsvertrag zwischen Thüringen und Hessen aus dem Jahre 2002 dem Kalikonzern recht großzügig die Ausbeutung der lukrativen Thüringer Kalilagerstätte gestattet hat. Damit im Zusammenhang stand auch eine Arbeitsplatzgarantie für das Werk in Un-terbreizbach. Bemerkenswert ist es auch, dass nun die Thüringer Landesregierung über ihr Umweltmi-nisterium den Ernst der Lage zu erkennen scheint. Beweis dafür ist die Tatsache, dass sich in letzter Zeit Umweltstaatssekretär Stefan Baldus für die Sorgen der Gerstunger stark macht.

Es kann doch auch nicht so weitergehen, dass mittlerweile die Werraregion um Gerstungen, Berka/Werra, Dippach und Dankmarshausen bis hin nach Lauchröden und Herleshausen unter der Erde, zu Wasser und künftig wohl auch in der Luft von K+S im Interesse dort immer weiter steigender Aktien-kurse zum "Abfalleimer" ständig weiter vergrößert wird. Niemand kann heute zuverlässig und mit Sicherheit sagen, welche chemischen und physikalischen Reaktionen durch die Lauge im Plattendolomit erfolgen. Angebotene Notfallvorsorge ist da wenig sinnvoll, denn wenn man damit aktiv werden muss, ist es leider schon zu spät. Die bisher in die Gerstunger Mulde versenkten Millionen Kubikmeter Kalilauge sollten nun endlich genug sein, und auch noch mehr Lauge in die Werra oder schädliche Abgase in die Atemluft sind wirklich nicht begehrenswert. Sorgen wir mit aller Kraft dafür, dass auch unsere Nachkommen sich noch in einem umweltfreundlichen Werratal wohl fühlen können. Es ist dafür noch nicht zu spät.
(K. Rebling)

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