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Einheitsgemeinde Gerstungen
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Ortsteil LAUCHRÖDEN
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Im Brennpunkt

Do 25.10.2007

Die Chronologie einer unendlichen Geschichte

22. Oktober 2007
Im Streit um die Kali-Laugenversenkung bei Gerstungen ist weiterhin kein Kompromiss in Sicht. Ein Gespräch im Thüringer Umweltministerium zwischen der Gemeinde und dem Unternehmen Kali + Salz blieb ohne konkretes Ergebnis....

Der Gemeinderat von Gerstungen wies Vorwürfe zurück, die Haltung der Gemeinde gefährde Arbeitsplätze im Kaliwerk Unterbreizbach. Für die aktuellen Entsorgungsprobleme sei allein die Firma Kali + Salz verantwortlich. Das Unternehmen besteht darauf, weiterhin Produktionsabwässer in unterirdische Hohlräume zu verpressen. Gerstungen dagegen verlangt, Kali und Salz solle im Notfall die Trinkwasserversorgung im Ort sicherstellen. Dies lehnt das Unternehmen ab. Seit dem Wochenende kann Kali und Salz in Gerstungen keine Salzlauge mehr versenken, da die genehmigte Höchstgrenze von 9,5 Millionen Kubikmetern erreicht ist. Ohne gesicherte Entsorgung der Lauge steht jedoch die Produktion im Kaliwerk Unterbreizbach auf dem Spiel. Staatsekretär Stefan Baldus kündigte für den Fall einer künftigen Versenk-Genehmigung an, dass diese mit deutlich strengeren Auflagen verknüpft würde.

16. Oktober 2007
Mehr als 20 Kommunen ziehen gegen die zusätzliche Einleitung von Lauge in die Werra vor Gericht. Nach Angaben der Stadt Witzenhausen soll die Klage noch in diesem Monat eingereicht werden. Mit dabei seien Anrainer-Gemeinden von Werra und Weser aus Hessen, Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, sagte der Kölner Fachanwalt Rüdiger Breuer. Es geht um die geplante rund 60 Kilometer lange Laugenleitung vom Kali-Werk Neuhof-Ellers bei Fulda zur Werra. Die Klage richtet sich gegen das Regierungspräsidium Kassel als zuständige Genehmigungsbehörde.

12. Oktober 2007
Im Streit um die Laugenversenkung bei Gerstungen gibt es keine Annäherung. Ein Gespräch zwischen der Gemeinde und dem Kasseler Unternehmen Kali + Salz blieb ohne konkretes Ergebnis. Man habe in sachlicher Atmosphäre die Standpunkte ausgetauscht, so Bürgermeister Werner Hartung. In zehn Tagen wollen sich beide Seiten zu einem weiteren Gespräch im Thüringer Umweltministerium treffen.

11. Oktober 2007
Der Thüringer Landtag hat sich mit dem Streit um die Einleitung von Salzlauge in die Werra beschäftigt. Anders als das hessische Parlament fassten die Thüringer Abgeordneten jedoch keinen gemeinsamen Beschluss für eine Verringerung der Umweltbelastung in dem Grenzfluss. Verabschiedet wurde lediglich ein Antrag, in dem der Düngemittel-Hersteller K + S zu weiteren Anstrengungen für eine Begrenzung der Umweltbelastung aufgefordert wird. Dies soll das Unternehmen dem Freistaat vertraglich zusichern.

9. Oktober 2007
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Thüringen fordert einen sofortigen Stopp der Laugenversenkung in der Werra. Damit gefährde das Unternehmen Kali + Salz das Grundwasser in der Region. Auch solle es die Versalzung des Flusses einstellen, so BUND-Geschäftsführer Burkhard Vogel. Er warf dem Konzern vor, Abwasserprobleme auf Kosten der Umwelt und der Bevölkerung zu lösen. Es grenze an Erpressung, wenn die Laugenversenkung bei Gerstungen mit den Arbeitsplätzen in Unterbreizbach verknüpft werde, so Vogel weiter. Einziger realistischer Ausweg sei nach derzeitigem Stand eine Laugen-Pipeline zur Nordsee.

5. Oktober 2007
Der Streit um die Laugenversenkung an der Werra spitzt sich zu. Gerstungen hält nach einem Beschluss des Gemeinderates am Widerspruch fest. Ein Vermittlungsversuch des Landes ist damit im ersten Anlauf gescheitert. Bürgermeister Werner Hartung sagte MDR 1 RADIO THÜRINGEN, das Unternehmen Kali und Salz habe die Sorge um die Qualität des Trinkwassers nicht entkräften können. Weil der Widerspruch der Gemeinde aufschiebende Wirkung hat, steckt der Kali-Produzent in Entsorgungsschwierigkeiten.

2. Oktober 2007
Die Thüringer Linke hat klare Regeln für die Behandlung von Salzabwässern des Düngemittelherstellers Kali + Salz gefordert. Der umweltpolitische Sprecher Tilo Kummer warnte die Landesregierung, Abstriche beim Trinkwasserschutz zu machen. Er reagierte damit auf die Ankündigung des Thüringer Umweltministeriums, dass in der Auseinandersetzung ein Kompromiss mit dem Unternehmen gefunden worden sei. Über die Inhalte wurde Stillschweigen vereinbart.

1. Oktober 2007
Noch in dieser Woche soll eine Lösung im Streit um die Versenkung von Kalilauge bei Gerstungen vereinbart werden. Bei einem Gespräch im Umweltministerium einigten sich das Unternehmen Kali + Salz und die Gemeinde Gerstungen auf Eckpunkte. Danach sollen sowohl das Trinkwasser der Gemeinde wie auch die 350 Arbeitsplätze im Kaliwerk Unterbreizbach gesichert werden. Wie genau die Lösung aussehen wird, darüber schwiegen alle Gesprächsteilnehmer, sie könnte teuer werden, hieß es lediglich. Bis Donnerstagabend schon soll das Unternehmen dem Gerstunger Gemeinderat ein entsprechendes Papier vorlegen. Dann könnte die Gemeinde ihren Widerspruch gegen die weitere Laugenversenkung zurückziehen. Damit war die die Kaliproduktion in Unterbreizbach kurzfristig in Gefahr geraten. In die sogenannte Gerstunger Mulde pumpt das Unternehmen bereits seit acht Jahren im Probebetrieb Produktionsabwässer. Im Sommer hat es den Dauerbetrieb beantragt und auch eine Verlängerung des Probebetriebs. Denn schon in wenigen Wochen ist die bisher erlaubte Versenkmenge von 9,5 Millionen Kubikmetern erreicht. Damit droht ein Entsorgungsengpass. Für den aber macht die Gemeinde allein Kali + Salz verantwortlich. Es sei Sache des Weltunternehmens, für ein nachhaltiges Entsorgungskonzept zu sorgen, so Bürgermeister Werner Hartung.

21. September 2007
Das Thüringer Umweltministerium hat den Salzgehalt der Werra als zu hoch bezeichnet. Die derzeitige Salzlast sei nicht mit den Zielen der Europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie zu vereinbaren, sagte Staatsekretär Stefan Baldus am Abend in Bad Salzungen. Das Unternehmen Kali + Salz müsse mittelfristig eine umweltverträgliche Lösung für seine Entsorgungsprobleme finden. Möglich sei zum Beispiel eine Rohrleitung, die die Produktionsabwässer direkt zur Nord- oder Ostsee transportiere.

10. September 2007
Thüringens Umweltministerium hat die Lastwagentransporte des Konzerns K + S zur Salzeinleitung in die Werra kritisiert. Für diese gebe es nach Rechtsauffassung des Ministeriums mittlerweile keine Grundlage mehr, sagte eine Sprecherin. Die für die Genehmigung zuständigen hessischen Behörden sähen dies aber anders. Umstritten ist, wie lange sich Kali + Salz auf Engpässe bei der Entsorgung berufen dürfe. Zuvor hatten die kommunalen Landesverbände Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen niedrigere Salzgrenzwerte für die Werra gefordert. Die Einleitung gefährde die Trinkwasserversorgung in der Region.

26. August 2007
Mit einem Aktionstag haben Bürgerinitiativen gegen die Einleitung von Salzlauge in die Werra protestiert. An den 17 Veranstaltungen in Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Westfalen nahmen mehrere Hundert Menschen teil. Sie demonstrierten gegen den Plan des Kasseler Düngemittelherstellers K + S, Salzlauge aus der Produktion in die Werra einzuleiten. Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin forderte das Land Hessen auf, die Einleitung zu verbieten.

30. Juli 2007
Wegen der umstrittenen Einleitung von salzhaltigen Abwässern in die Werra droht eine Klagewelle. Knapp 20 Kommunen und Kreise in Thüringen, Hessen und Niedersachsen prüfen derzeit, dagegen gerichtlich vorzugehen. Zu den Städten und Dörfern gehörten Gerstungen, Treffurt, Mihla, Eschwege, Herleshausen und Bad Sooden-Allendorf, teilte die Stadt Eisenach mit. Die Kali + Salz AG will eine Salzwasserleitung von Neuhof bei Fulda ins 63 Kilometer entfernte Philippsthal führen und dort in die Werra leiten.

6. Juli 2007
Das Kali-Unternehmen Kali + Salz hat den Bau der umstrittenen Salzpipeline zur Werra beantragt. In den Unterlagen für das Regierungspräsidium Kassel heißt es, der Transport der Haldenabwässer von Hattdorf bei Fulda an die Werra sei der ökologisch vorteilhafteste Weg. Experten hätten insgesamt 17 Varianten untersucht. Über die 63 Kilometer lange Salzleitung sollen pro Jahr bis zu 700.000 Kubikmeter Lauge zur Werra fließen. Umweltschützer und Politiker aus Hessen und Thüringen lehnen das Projekt ab.

20. Juli 2007
Der Kasseler Düngemittelhersteller Kali und Salz will weiter Salzlauge in die Werra leiten. Trotz scharfer Kritik von Kommunen und Umweltverbänden hält das Unternehmen an seinem Plan fest, Salzabwasser über eine rund 60 Kilometer lange Pipeline in den Fluss zu pumpen. Die Werra könne diese Belastung tragen, außerdem gebe es keine sinnvollen Alternativen, hieß es bei einem Ortstermin in der Nähe von Fulda.

11. Juni 2007
Fische sollen ab 2012 in der Werra wieder von der Mündung bis an die Quelle schwimmen können. Die vorhandenen Stauwerke in Hessen, Niedersachsen und Thüringen werden für die Tiere durchlässig gemacht. Die Umweltminister der drei Länder unterzeichneten in Bad Salzungen eine entsprechende Erklärung. Insgesamt stehen 87 Querbauwerke in der Werra und ihren Nebenflüssen, 54 davon in Thüringen. Sie schränken vor allem die Populationen von Aal, Barbi, Lachs und Flussbärenauge ein.

6. Juni 2007
Die Kali + Salz AG schickt derzeit täglich bis zu 100 Lastwagen mit Salzlauge von Neuhof nach Phillippstal. Das hat Unternehmenssprecher Ulrich Goebel MDR 1 RADIO THÜRINGEN bestätigt. Die starken Regenfälle über Pfingsten hätten aus den Kalihalden an der Fulda zuviel Salzlauge ausgespült. Die Lagerungsmöglichkeiten in Neuhof seien deswegen ausgelastet. Die Transporte würden wahrscheinlich im Sommer wieder eingestellt. Die Thüringer SPD Landtagsabgeordnete Dagmar Becker hatte vermutet, dass Kali + Salz politischen Druck erzeugen wolle, um die Genehmigung für eine Salzpipeline von Neuhof nach Phillippstal zu erhalten. Unternehmenssprecher Goebel wies diese Vorwürfe zurück.

9. Mai 2007
Die Aktionäre des Düngemittelherstellers Kali + Salz werden nicht zu Gunsten der Umweltforschung auf ihre Dividende verzichten. Der Antrag einer Aktionärsgruppe wurde abgelehnt. Sie wollten mit dem Verzicht die Salzpipeline vom hessischen Neuhof nach Phillipstal verhindern. Mit der Pipeline sollen 400.000 Kubikmeter Salzlauge in die Werra geleitet werden. Die Aktionärs-Hauptversammlung in Kassel sprach Vorstand und Aufsichtsrat ihr Vertrauen aus. Kali und Salz will für das vergangene Geschäftsjahr eine Dividende von zwei Euro je Aktie zahlen.

30. März 2007
Der Thüringer Landtag hat sich auf seiner Sitzung am Vormittag mit der geplanten Einleitung von Salzwasser in die Werra befasst. Einem Antrag der CDU-Fraktion zufolge soll das hessische Unternehmen K + S alternative Verfahren prüfen, um das Einleiten von Salzwasser vermeiden. Schon jetzt bewege sich das Unternehmen konstant entlang des Grenzwerts von 2.500 Milligramm pro Liter, was den Salzgehalt anbetreffe, so der Antrag. Mittelfristig werde man diesen Grenzwert jedoch senken. Neue Verfahren seien also gefragt. So sollen die Salzabwässer künftig in einer Anlage aufbereitet oder über eine Pipeline in die Nordsee geleitet werden. Prinzipiell stimmten auch die Oppositionsparteien diesem Antrag zu. Dennoch erhoben Linkspartei und SPD schwere Vorwürfe gegen die Landesregierung. Jahrelang habe sie dem umweltschädlichen Treiben von K + S an der hessisch-thüringischen Landesgrenze tatenlos zugesehen. Der Antrag soll in den Ausschüssen weiterdiskutiert werden.

20. März 2007
Die Regierungen von Thüringen und Hessen treffen sich zu einer gemeinsamen Kabinettssitzung. Im hessischen Friedewald soll über Schulpolitik, gemeinsame Verkehrsprojekte und die Verbindung von Wirtschaftsregionen gesprochen werden. Auch Umweltfragen werden ein Thema sein. So forderte die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag ein klares Bekenntnis von Ministerpräsident Dieter Althaus gegen eine weitere Verschmutzung der Werra.

19. März 2007
Die Wasserqualität der Thüringer Flüsse hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Nach Angaben des Thüringer Umweltministeriums gehörten 2005 mehr als 60 Prozent aller Flüsse zur Gütekategorie zwei. 14 Jahre vorher hatten nur gut zwölf Prozent der Flüsse diese Reinheitsstufe erreicht. Probleme gebe es vor allem noch mit der Werra an der Grenze zu Hessen. Hier belasteten die salzhaltigen Abwässer der Kaliindustrie den Fluss. In Ostthüringen seien in der Weißen Elster noch verhältnismäßig viele Schwermetallen aus dem Uran-Bergbau zu finden. Unzufrieden zeigte sich das Umweltministerium mit dem Fischbestand. Der habe in den letzten Jahren kaum zugenommen. Grund seien die viele Wehre.

15. März 2007
Der Düngemittelhersteller Kali + Salz hat die geplante Salzwasserleitung zur Werra verteidigt. Fachleute hätten alle denkbaren Varianten zur Entsorgung der salzhaltigen Niederschläge von einer hessischen Halde geprüft. Sie seien zu dem Schluss gekommen, dass die geplante Einleitung in die Werra bei Vacha die umweltverträglichste Lösung ist. Bei einer gemeinsamen Anhörung informierten sich Politiker und Experten aus Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in Kassel über das Vorhaben. Umweltschützer und Anglerverbände sind strikt gegen die Einleitung.

9. Februar 2007
Gegen die geplante Einleitung von Salzlaugen in die Werra formiert sich weiter Widerstand. Grünen-Politiker aus Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen unterzeichneten eine entsprechende Erklärung. Darin fordern sie die Kali + Salz AG auf, die geplante Pipeline zur Werra aufzugeben. Der Fluss sei schon jetzt kritisch belastet. Eine ähnliche Erklärung hatten bereits Umweltpolitiker der SPD unterzeichnet. Die Kali und Salz AG hat ihr Vorhaben stets verteidigt. Die Wasserqualität in der Werra werde durch die Leitung nicht verschlechtert, hieß es.

11. Januar 2007
Gegen die geplante Einleitung von Salzlaugen in die Werra formiert sich länderübergreifender Widerstand. Die umweltpolitischen Sprecher der SPD-Fraktionen von Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen unterzeichneten eine entsprechende Erklärung. Darin fordern sie die Kali + Salz AG auf, auf die geplante Salzpipeline in die Werra zu verzichten. Der Salzgehalt in Werra und Weser sei jetzt schon zu hoch. Es sei daher nötig, die Belastung der Gewässer weiter abzusenken. Laut Kali + Salz wird die Wasserqualität in der Werra durch die Leitung nicht verschlechtert.

7. November 2006
Die Kali + Salz AG hat ihre Pläne zur verstärkten Einleitung von Laugen in die Werra verteidigt. Unternehmensvertreter sagten in Bad Salzungen, die Wasserqualität der Werra werde sich nicht verschlechtern. Man werde lediglich den derzeitigen Grenzwert voll ausnutzen. Mit der geplanten 63 Kilometer langen Leitung sollen Haldenabwässer von einem Werk im hessischen Fulda zur Werra transportiert werden. Der Kreisbauernverband befürchtet, dass bei Hochwasser Schadstoffe auf landwirtschaftlich genutzte Flussauen gespült werden könnten. Einige Kommunalpolitiker bemängelten, dass Thüringer Interessen beim Genehmigungsverfahren nicht ausreichend berücksichtigt werden.

zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2007 | 10:06

Quelle: auf 23.10.07 10:06 setzen

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