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Im Brennpunkt

Mi 24.10.2007

Dauerbetrieb ohne Chance

Gerstungen/Erfurt. (ep) Maximal zwei Jahre, um maximal weitere 1,4 bis 2 Millionen Kubikmeter Kalilauge zu versenken. Darum geht es K & S. Wie Umweltstaatssekretär Stefan Baldus gestern auf TLZ/EP-Anfrage bestätigte, hat das Unternehmen zugesagt, dass es den abgeschlossenen bisherigen Probebetrieb zur Versenkung von Salzabwässern in der Gerstunger Mulde nicht mehr länger zum Dauerbetrieb machen will. "Das hatte auch keine Chance auf Genehmigung", weiß Baldus. Allerdings wolle das Unternehmen den Antrag stellen, den Probebetrieb auf genannte Zeit mit genannter Versenkmenge zu verlängern. Dies werde man prüfen, sobald der Antrag vorliege, so Baldus.

Dass auch er selbst auf K & S nicht gut zu sprechen ist, daraus macht er keinen Hehl. "Dass ein Unternehmen, dem vor wenigen Wochen in Hessen wegen Trinkwassergefährdung die weitere Versenkung von Salzabwässern untersagt wurde, behauptet, in Thüringen seien ähnliche Bedrohungen völlig auszuschließen, ist schlicht nicht nachvollziehbar", so Baldus.

Und die K & S-Aussage, die Thüringer Behörden hätten den Probebetrieb als Erfolg gewertet, empfindet Baldus als "grobe Zumutung". Richtig sei, dass die Salzfracht der Werra verringert worden sei, aber die Bergerprobung sei keinesfalls abgeschlossen, solange keine weitere Daten vorlägen, etwa wie sich der Wasserkörper nun im Ruhebetrieb verhalte. Diese von der Firma zu liefernden Daten würden auch bei der Prüfung eines Antrages auf Verlängerung des Probebetriebes benötigt.

Vier Ziele, so Baldus, wolle das Ministerium erreichen: Sicherung des Gerstunger Trinkwassers, Sicherung des Produktionstandortes Unterbreizbach, Stabilisierung der Umweltsituation und langfristig weitere Verringerung der Salzfracht der Werra. Baldus: "Die zuständigen Thüringer Behörden werden im durch K & S nunmehr zu beantragenden Verfahren zwar dazu beitragen, die Produktionsmöglichkeiten in Unterbreizbach weiterhin sicherzustellen, werden aber auch alle rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten nutzen werden, um das Trinkwasserdargebot in Gerstungen zu schützen."

Während aber die Gemeinde Gerstungen bereits ihr Trinkwasser durch Salzlauge beeinträchtigt sieht, will das Umweltministerium ein eigenes Gutachten dazu zu Rate ziehen. Das Gutachten, das ein Geologe im Auftrag der Gemeinde erstellt hat, wertet Baldus "im prognostischen Teil als sehr schwammig".

Sollte es zu einer Genehmigung der Verlängerung des Probebetriebes kommen, dann nur unter strengen Auflagen, wie verstärkte und bessere Kontrollen, um "eine mögliche Bedrohung des Trinkwassers zu erkennen, bevor es zu einer Gefährdung wird", einem stetigen Datenaustausch und auch einer "weiter verbesserten wirtschaftlichen Abschirmung der Gemeinde Gerstungen im Havariefall", so Baldus. Schon jetzt stünde die Gemeinde in dieser Frage nicht allein. "Wenn auch nur die Besorgnis besteht, eine weitere Versenkung könnte das Trinkwasser beeinträchtigen, ist die Versenkung verboten".

23.10.2007

Von Peter Rossbach

Quelle: Thüringer Landeszeitung vom 24.10.2007

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