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Einheitsgemeinde Gerstungen
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Fr 27.04.2007 09:33

Umgestaltung Marktplatz oder Umgehungsstraße?

Normalerweise reagiert die Verwaltung und auch ich nicht auf anonyme Zusendungen unserer Bürger. Aber vor einigen Tagen erhielt ich einen Brief - unterschrieben mit "ein Anwohner der Wilhelmstraße", welcher sich gleich für die absolute Masse der Bewohner der Wilhelmstraße zu Wort gemeldet hat? Auslöser war meine Ankündigung, die Umgestaltung des Marktes und seines Umfeldes - den Schloss- und Kirchplatzbereich - in Angriff zu nehmen, um evtl. ab 2008 mit Hilfe von Fördermitteln mit der Realisierung beginnen zu können. Der Briefverfasser war der Meinung, dass dieses Ansinnen keinesfalls vordergründig ist und fordert vorrangig eine Umgehungsstraße für Gerstungen, um den Bürgern weniger Lärm, Schmutz, Abgase und Erschütterungen zuzumuten bzw. die Sicherheit zu erhöhen. Diese Forderungen sind sicher legitim, aber vor allem betroffen sind hierbei nicht die Anwohner der Wilhelmstraße, welche im Jahr 1994 grundhaft ausgebaut wurde, sondern vielmehr die Anwohner der Landstraße vom Kaufhaus Fischer bis zur Eisenbahnbrücke in Untersuhl. Dieser schlechte Straßenzustand ist der Verwaltung, dem Gemeinderat und auch mir wohl bekannt und hat in der Vergangenheit sehr viele Aktivitäten ausgelöst. Da jedoch nicht die Gemeinde Gerstungen Eigentümer dieser durchgängigen Straße ist, sondern das Land Thüringen, obliegt der Ausbau bzw. die Reparaturen auch dem Land. Die Gemeinde Gerstungen ist nicht befugt, Arbeiten durchführen zu lassen bzw. ist es verboten, gemeindliche Mittel ohne Rechtsbezug hierfür einzusetzen. Analog verhält es sich mit Bundesstraßen, Autobahnen oder Kreisstraßen. Die letzte Forderung der Gemeinde Gerstungen zur Sanierung wurde vom zuständigen Straßenbauamt Südwestthüringen wie folgt beantwortet: "Leider können wir Ihnen auch mittelfristig keine Verbesserung des Oberbaus in Aussicht stellen, es sei denn, die finanzielle Lage des Freistaates bzw. die Ausstattung unseres Amtes würde sich signifikant ändern…". Ich denke, diese Aussage sagt eigentlich alles zur Wahrscheinlichkeit des Baus einer Umgehungsstraße, denn die vielfach höheren Kosten müsste hierfür auch das Land Thüringen tragen.

Aber wie verhält es sich mit der Sanierung der Ortsstraßen und den gemeindeeigenen Plätzen. Diese wurden zu Recht in der Vergangenheit immer wieder zurückgestellt, bis Wasser- und Abwasserleitungen erneuert wurden. So jüngst geschehen in Untersuhl, wo neben der Berkaer Straße, dem Wiesenweg, nun auch die Untersuhler Straße nach den Tiefbauarbeiten des Eigenbetriebes eine neue Straßendecke und neue Gehwege bekommen haben.

Im Jahr 2007 beginnend muss der Eigenbetrieb den Bereich vom Hauptsammler an der Werra, entlang der Kirche und dem gesamten Marktbereich mit neuen Abwasser- und Trinkwasserleitungen ausbauen. Was liegt näher als in Folge die ortsbildprägenden Plätze grundhaft neu zu gestalten, damit diese Bereiche entsprechend den Entwicklungsmöglichkeiten wieder Zentren der dörflichen Gemeinschaft werden. Dies natürlich unter der Maßgabe, dass die entsprechenden Fördermittel ausgereicht werden und der gemeindliche finanzielle Anteil leistbar ist sowie, und dies ist ganz wichtig, dass das sicher nicht kleine Vorhaben eine breite Zustimmung in der Öffentlichkeit findet.

Bislang haben sich sehr viele Bürger positiv über Sanierungsgedanken geäußert. Mit Sicherheit wird es immer Bürger geben, die manche Maßnahmen oder Entscheidungen nicht nachvollziehen können oder auch falsch finden, aber wir leben in einer Gemeinschaft, wo Mehrheiten die Entwicklung vorgeben. Dazu ist jeder Bürger gefragt, jede Meinung hat Gewicht, aber bitte nicht anonym, denn dann ist es schwer, den jeweils Andersdenkenden zu verstehen und vielleicht doch noch einen gemeinsamen Nenner zu finden.

In Bezug auf die Umgestaltung des Marktplatzes wird es für alle Bürger noch genügend Gelegenheit geben, sich mit ihren Gedanken und Ideen einzubringen. Entschieden ist noch nichts.

Nur eines ist klar. Auch wenn wir im Marktbereich nicht sanieren, bekommen wir in absehbarer Zeit keine Umgehungsstraße und ich befürchte, der Marktplatz ist eher fertig als der grundhafte Ausbau der Landstraße. Ich persönlich würde gerne noch mehr Wünsche erfüllt wissen, aber wir müssen der Realität in die Augen schauen.

Ich bitte deshalb um entsprechendes Verständnis bei den Betroffenen auf Grund der fehlenden gemeindlichen Zuständigkeit.

Hartung
Bürgermeister