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Di 19.09.2006 11:51

Unterrichtung über Eintragung von Denkmalen in Oberellen

Historischer Dorfkern Oberellen mit Ortsgrundriss, Straßenführung, Anger, historischer Bebauung und altem Baumbestand (Angerlinde)

Das Dorf Oberellen liegt an einer alten Handelsstraße, die das Ellnatal (heute Elte) durchschnitt. Der Ort ist ein Straßendorf, das zu beiden Seiten der Hauptstraße südlich des parallel laufenden Flusses Elte entstanden ist. Im 18.Jh. kamen südlich und nördlich abzweigende Gassen mit Nachsiedlern hinzu (Hagel-, Weihers-, Groß- und Sandgasse).

Die Ortsgeschichte setzt sehr früh ein. Bereits 1121 sind Schenkungen der Herren von Goldbach aus Einkünften des Ortes Oberellen an das Kloster Reinhardsbrunn belegt. Mit dem Bauernkrieg erloschen Stiftung und Kloster. 1543 kamen das Stift nebst Zubehör als Lehen in den Besitz des Oberst Kurt v. Hanstein. Seit jener Zeit gehört der Ort Oberellen zum Besitz der Hansteiner. Mit dem Aussterben der Obereller Linie übernahmen die Rothenbacher und Henfstädter Hansteiner den Besitz.

Die Ortsmitte wird durch die beiden, einen Hof dreiseitig umschließenden, Hansteiner Herrenhäuser mit ehemals nördlich angegliederten Wirtschaftsgebäuden, die im Süden zwischen die Bauten gerückte Pfarrkirche und den im Süden folgenden Anger mit Dorflinde bestimmt. In west-östlicher Richtung berührt diesen Bereich im Süden die Hauptstraße mit dichter beidseitiger Hofbebauung aus dem 18. und 19. Jh. Die Wohnhäuser sind in Giebelstellung dicht an die Straße gerückt oder folgen in Traufstellung dem Straßenverlauf. Im rückwärtigen Hofbereich umschließen die Wirtschaftsgebäude den Hofraum, wobei die Hofstellen südlich der Hauptstraße einen abschließenden Scheunenkranz bilden.

Die Hauslandschaft wird geprägt durch Sichtfachwerk, wobei die Bauten des 18.Jh. in der Regel im Oberstock auskragen. Das Fachwerk sitzt auf einem Sandsteinsockel auf. Die Fenster sind, soweit sie aus dem 19.Jh. stammen, als stehende Kreuzstockfenster gebildet. In Einzelfällen finden sich Sprossenfenster (Hauptstr. 49). Die Dächer sind als Sattel- oder Krüppelwalmdächer gebildet und in der Regel mit Pfannen oder Doppelfalzziegeln gedeckt. In Einzelfällen findet sich auch Zierfachwerk aus der Zeit nach 1900 (Hagelgasse 2).

Zu den wichtigen Bauten im Zuge der Hauptstraße gehören neben dem Schlossensemble mit der Dorfkirche die Wohnhäuser Hauptstraße 11, 17, 18, 20, 23, 28, 40, 42, 45, 46 (Pfarrhaus), 47, 49 (ehemaliges Forsthaus), 52, 53, 54, 56, 58, 59, 61, 62, 65, 67, 73, 79, 81. Wichtige Details sind die Torpfeiler der Hofanlagen Hauptstraße 56 und 60.
Zum Ensemble gehört die Bebauung im Zuge der Mühl-, Weihers- und Schafgasse.

Das Ensemble "historischer Dorfkern Oberellen” besitzt Denkmalwert als kennzeichnender Ortsgrundriss sowie als kennzeichnendes Straßen und Ortsbild.

Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen sind nach § 7 Abs. 1 Satz 1 Thüringer Denkmalschutzgesetz verpflichtet, diese im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und pfleglich zu behandeln. Bauliche und andere erhebliche Veränderungen an einem Kulturdenkmal (u. a. die Umgestaltung, Instandsetzung, Veränderung im äußerlichen Erscheinungsbild) bedürfen einer denkmalschutzrechlichen Erlaubnis. Gleiches gilt für bauliche Veränderungen in der Umgebung, wenn sich diese auf Bestand oder Erscheinungsbild des Kulturdenkmals auswirken können. Über den Antrag entscheidet die zuständige Denkmalschutzbehörde nach Anhörung des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie als Denkmalfachbehörde. Grundsätzlich entscheidet der Landrat als Untere Denkmalschutzbehörde.

Für weitere Fragen zum Denkmalschutz und zur Denkmalpflege können Sie die kostenfreie Beratung durch die zuständige Denkmalschutzbehörde und das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Anspruch nehmen. Darüber hinaus können Sie für denkmalpflegerische Erhaltungs- und Herstellungsmaßnahmen Zuwendungen beantragen.