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Einheitsgemeinde Gerstungen
Ortsteile: Gerstungen | Lauchröden | Oberellen | Unterellen | Neustädt | Sallmannshausen
Ortsteil LAUCHRÖDEN
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Do 16.06.2005 12:45

Schulnetzkonzeption

Seit Wochen gibt es kaum einen Tag, an dem in der Tagespresse nicht über das Thema Schulnetzplanung des Wartburgkreises berichtet wurde. Leider entsprechen nicht alle Beiträge umfänglich den Tatsachen und sorgen für Aufregung in unserer gesamten Bevölkerung. Der Gemeinderat hat nach ausgiebiger Diskussion unter Beachtung der zu berücksichtigenden Aspekte die offizielle Stellungnahme der Gemeinde Gerstungen am 02.06.05 in der öffentlichen Gemeinderatssitzung mit 16 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen.
Einleitung/Vorwort

Analog der Entwicklung im Wartburgkreis reduzierten sich auch die Geburtenzahlen in der Einheitsgemeinde Gerstungen mit den seit 16.03.2004 dazugehörenden Ortsteilen Gerstungen mit Untersuhl, Lauchröden, Oberellen, Unterellen, Neustädt und Sallmannshausen.

Die Reduzierung verlief aber in unserer Gemeinde nicht so gravierend wie im gesamten Wartburgkreis (Anlagen 1 und 2). Während im Schnitt der Jahre 1995-2003 im Wartburgkreis nur 6,7 Geburten auf 1000 Einwohner zu verzeichnen waren, waren es in Gerstungen 8,2. Damit gab es 22 % mehr Geburten in Gerstungen als im Kreisdurchschnitt. Im Vergleich der Jahre 2000-2004 kann Gerstungen sogar 34 % mehr Geburten als der Kreisdurchschnitt vorweisen. Die Einwohnerzahlen liegen in Gerstungen relativ konstant bei ca. 6400.

Diese positive Entwicklung von Gerstungen ist vor allem auf die langfristige positive Wirtschaftsentwicklung zurückzuführen. In 6 neu erschlossenen Gewerbegebieten wurden fast 2000 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. Somit zählt Gerstungen als viertgrößte Kommune des Wartburgkreises mit zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten des Wartburgkreises und zum wichtigsten im Werratal. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen wurde weiterhin umfangreich in den Wohnungsbau und der Schaffung notwendiger Infrastruktur investiert. Kulturelle, touristische und sportliche Angebote wurden erweitert.

Zurzeit befinden sich im Gemeindegebiet drei Schulen: das Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Gerstungen als überregionale Einrichtung, die Staatliche Regelschule "Goethe-Schule" in Gerstungen und die Staatliche Regelschule "Eltetalschule" im Ortsteil Oberellen (Grundschule Lauchröden und Grundschule Gerstungen wurden bereits in den 90-iger Jahren geschlossen.)



Zusätzlich zu den unumstrittenen finanziellen Anstrengungen des Wartburgkreises hat die Gemeinde Gerstungen weitere ca. 1.000.000 € (für den Gymnasiumsneubau, dessen Betriebskosten im ersten Jahr, Sporthallenneubau und Ausstattung der Regelschule mit PCs) uneigennützig und beispiellos dem Wartburgkreis zur Verfügung gestellt. Gemeindeeigene Objekte wie die kleine Sporthalle, das Stadion, das Schwimmbad, die Bibliothek u. w. wurden im Interesse des Wartburgkreises und zum Nutzen der Schüler im Rahmen der gemeindlichen finanziellen Möglichkeiten saniert und kostenlos bzw. sehr kostengünstig den Schulen zur Nutzung überlassen.

Bei der folgenden Stellungnahme der Gemeinde Gerstungen zum Hauptvorschlag sowie auch dem Alternativvorschlag zur Schulnetzplanung der Schulstandorte "Gerstungen, Marksuhl" wurden pädagogische, wirtschaftliche, umweltrelevante, wie auch politische Aspekte beachtet.

Dem Kreistag wird unsererseits dringend empfohlen, den Vorschlägen der Gemeinde Gerstungen zu folgen, damit Gerstungen als Wirtschaftsstandort weiterhin positiv zur Entwicklung des Wartburgkreises beitragen kann und es auch somit zu einer nicht unerheblichen Kostenreduzierung bei der Betreibung der Schulen im Wartburgkreis kommen wird.

1. Stellungnahme zum Hauptvorschlag der Schulnetzkonzeption

"Das Gymnasium Gerstungen, Gartenstraße 28,. 99834 Gerstungen wird zum 31. Juli 2008 aufgehoben. Bis dahin …"

Dieser von der Verwaltung erarbeitete Beschlussvorschlag hat zu Entsetzen und Unverständnis weit über die Gemeindegrenzen hinaus gesorgt. Nicht einer der für das Schulnetz des Wartburgkreises wesentlichen Grundsätze und Kriterien, welche auch Empfehlung des Thüringer Kultusministeriums sind, wurden bei den Schließungsplänen eingehalten.
1.1. Schülerzahlen

Das Philipp-Melanchthon-Gymnasium hat sich zum größten und begehrtesten Gymnasium im Wartburgkreis entwickelt. Zurzeit lernen 735 Schüler an dieser Schule. Die angestrebte Mindestschülerzahl von 640 ist langfristig gesichert.

1.2. Einzugsgebiet und Schülerbeförderung

Schüler aus 61 thüringischen und hessischen Orten lernen an dieser Schule. Durch die zentrale Lage und die Verkehrsanbindung kann die absolute Mehrheit der Schüler kostengünstig und umweltschonend (ÖPNV u. Bahn) den Schulstandort erreichen.

1.3. Investitionsbedarf

Auf Grund der umfangreichen Investitionen des Wartburgkreises und auch der Gemeinde Gerstungen existiert an diesem Standort eines der modernsten Gymnasien im Freistaat Thüringen, welches die Thüringer Bildungspolitik zum Ansehen des Landes, des Kreises und der Gemeinde Gerstungen hervorragend umsetzt. Mittelfristig sind keine größeren Investitionen notwendig.

1.4. Pädagogische Gesichtspunkte

Das Philipp-Melanchthon-Gymnasium ist eine Schule mit klarem Konzept. Die pädagogische Arbeit, das Schulklima und die außerunterrichtlichen Angebote werden gleichwohl von Schülern, Eltern und Bürgern der Region geschätzt. Das Abitur des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums hat eine sehr hohe Wertigkeit in ganz Deutschland.

1.5. Politische Aspekte

Dadurch, dass am Gerstunger Gymnasium thüringische und hessische Kinder gemeinsam lernen und leben, wird die deutsche Einheit eindrucksvoll wie kaum anderswo praktiziert. Die "Ossi-Wesse-Diskussion" gehört an dieser Schule der Vergangenheit an.
1.6. Wirtschaftliche Aspekte

Für die größten und namhaftesten Unternehmen unserer Region war das Vorhandensein von höheren Schulen (Regelschule und Gymnasium) ein wichtiges Entscheidungskriterium zur Ansiedlung ihrer Unternehmen und somit gleichzeitig wichtiger Faktor zur Schaffung von Arbeitsplätzen.

Der Gemeinderat der Gemeinde Gerstungen lehnt entschieden die Schließung des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums ab. Folglich wird auch der Bildung einer überdimensionierten Regelschule am Standort Gerstungen für die gesamte Region Marksuhl, Berka/W. u. Gerstungen mit über 600 Schülern und den damit verbundenen Nachteilen abgelehnt!

2. Stellungnahme zum Alternativvorschlag der Schulnetzkonzeption

"Das Gymnasium Gerstungen, Gartenstraße 28, 99834 Gerstungen bleibt bestehen."

Dieser Alternativvorschlag der Kreisverwaltung vom 29.04. wird vollumfänglich vom Gemeinderat der Gemeinde Gerstungen und von fast allen Bürgern der Region unterstützt!

Die weitergehenden Vorschläge in der Einheitsgemeinde Gerstungen anstelle von derzeit zwei Regelschulen zukünftig eine Grundschule und eine Regelschule zu be-treiben, finden auf Grund der Geburtenzahlen und der Schaffung eines durchgängigen Schulsystems in unserer großen politischen Gemeinde eine grundsätzliche Akzeptanz.

Die vorgeschlagenen Standorte und auch Schulbezirke entsprechen jedoch nicht den optimal angestrebten Zielen der Schulnetzkonzeption und den sich in den letzten Jahren grundsätzlich geänderten Gemeindestrukturen.


Mit dem vorgeschlagenen Grundschulstandort Gerstungen und dem vorgeschlagenen Regelschulstandort Oberellen werden keine optimalen Schulbedingungen bei sparsamen Einsatz finanzieller Mittel erreicht.

Aus diesem Grund erlauben wir uns, dem Kreistag und der Schulverwaltung folgende Vorschläge zu unterbreiten:

3.1. Schulbezirke

Durch die Bildung der Einheitsgemeinde ist Gerstungen nach Bad Salzungen, Wutha und Ruhla der viertgrößte Ort im Wartburgkreis. Wir sind bisher als Unterzentrum, zukünftig als Grundzentrum eingestuft. Unsere Geburtenzahlen sind in den letzten 5 Jahren über 30 % höher als der Durchschnitt des Wartburgkreises. Von den ca. 6400 Einwohnern sind im Jahr 2005 rund 400 Schüler an Grund- und Regelschule sowie Gymnasium. Im Jahr 2013 werden es voraussichtlich 500 Schüler sein.

Zurzeit werden unsere Schüler in folgenden politischen Städten und Gemeinden beschult:

Grundschüler Herda (Stadt Berka/W.)
Neuenhof (Stadt Eisenach)
Förtha (Gemeinde Marksuhl)
Regelschüler Gerstungen
Oberellen (Gemeinde Gerstungen)
Marksuhl (Gemeinde Marksuhl).

Unter der Maßgabe, dass Gerstungen mit seinen Ortsteilen einen gesonderten Schulbezirk bildet, ergeben sich Schulstärken, wie in der Schulnetzkonzeption gefordert. Die detaillierte Aufschlüsselung entnehmen Sie bitte der Anlage 3.



Somit ist der Standort für eine Grund- und eine Regelschule in Gerstungen mit Schulbezirk Einheitsgemeinde Gerstungen nachgewiesen! Der Standort der Regelschule in Gerstungen muss dauerhaft im Kernort Gerstungen für den Einzugsbereich der Gemeinde erhalten bleiben.

3.2. Schulstandorte Gerstungen und Ortsteil Oberellen

3.2.1. Gemeinsamkeiten:

Beide Schulen sind in einem sehr guten Zustand. Die Klassenräume incl. der Fachräume sind sauber und optimal mit Lehrmittel ausgestattet. Beide Schulen sind in der Lage, mittelfristig 250 Schüler zu unterrichten. Sehr gute sanitäre Einrichtungen.

3.2.2. Unterschiede

• Schulhof/Außenanlage Oberellen besser u. freundlicher gestaltet
• Lage: Oberellen verkehrsberuhigt - Gerstungen zentraler
• Sporthalle: Oberellen kleiner, aber unmittelbar an der Schule
• Fachräume: Anlagenwert in Gerstungen auf Grund der
Medienschule (z. B. PC-Vernetzung) wahrscheinlich
wesentlich höher
• Investitionsbedarf: in Oberellen höher als in Gerstungen
zusätzlich müsste bei einem Regelschulstandort,
analog wie in Berka vorgeschlagen, eine Zweifelder-
Sporthalle neu gebaut werden




3.3. Kostengünstiger Alternativvorschlag der Gemeinde Gerstungen

Auf Grund der ermittelten Fakten und der nur kurzfristig durch den Kreis angedachten Betreibung der Regelschule Oberellen bis 2009/2010 halten wir es für sinnvoll, den Kreistag und der Kreisverwaltung folgende Standorte, welche mittel- und langfristig kostengünstig gesichert sind, vorzuschlagen:

1. Grundschule OT Oberellen
Einbeziehung aller Schüler der Einheitsgemeinde, auch der aus Lauchröden, welche zurzeit noch in Eisenach (Neuenhof) beschult werden

2. Regelschule Kernort Gerstungen
Einbeziehung aller Schüler der Einheitsgemeinde

3. Gymnasium Kernort Gerstungen
überregionale Schule - Einzugsgebiet wie bisher

Vorteile für den Wartburgkreis, unsere Kinder und Eltern:

Geringere Investitionskosten (Sporthalle Oberellen, kein Neubau einer Riesenregelschule, egal an welchem Ort notwendig, kaum Kosten durch neue Fachkabinette). In Oberellen lassen sich mit relativ geringem Aufwand Spielgeräte aufbauen und auch Horträume einrichten, sodass die Bedingungen für unsere Grundschüler optimal werden. Die vorhandene Sporthalle auf dem Schulgelände ist für Grundschüler ausreichend. Es stehen nur noch geringfügige Investitionen und die turnusmäßige malermäßige Instandhaltung an.

Der Schülertransport lässt sich innerhalb der Einheitsgemeinde relativ gut optimieren. Die Schulwege und Transportzeiten sind vertretbar. Es wird das Zusammengehörigkeitsprinzip innerhalb der Einheitsgemeinde gefördert.

(Die genannten Anlagen sind im Hauptamt der Gemeinde Gerstungen einsehbar)