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Mo 23.05.2011 08:27

Baubeginn für die "Spitze"

Mit dem ersten Spatenstich begann am Freitag die Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses in Gerstungen.
Die Gemeinde muss einen Kredit aufnehmen, kann aber auf gesicherte Mieteinnahmen bauen
Gerstungen.
Zwölf Ehrengäste buddelten per Spaten die ersten Erdschollen aus dem Boden.
Bürgermeister Werner Hartung (pl) dagegen schwenkte im Bagger die Riesenschaufel. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich, vollzogen von Liane Luy, begannen am Freitag die Arbeiten für die Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses an der Ecke von Wilhelm- zur Bahnhofstraße.

Einen Namen hat das Vorhaben ebenfalls: ,,Spitze", denn so heißt schon lange das Baugrundstück. Dort werden künftig Arztpraxen, ein Sanitätshaus sowie Praxen für Logopädie, Physiotherapie, Yoga und eine Sparkassen-Filiale ihren Platz finden. Außerdem ziehen ein Café sowie ein Friseur ein. Des Weiteren werden altersgerechte Wohnungen geschaffen. Das Haus wertet die Fläche in der Nähe des Bahnhofes auf.

Die Investition in Höhe von schätzungsweise 3,5 Millionen Euro war vom Gemeindeparlament abgesegnet worden. Für Gerstungen ist dieser Bau ein Großvorhaben. Der dafür erforderliche Kredit über zwanzig Jahre belastet zwar den Gemeindehaushalt, wird aber über die Mieteinnahmen refinanziert. Vizelandrat Friedrich Krauser (CDU) bescheinigte in seinem Grußwort der Gemeinde Gerstungen, dass sie ebenso effektiv wirtschaften kann wie ein privates Unternehmen. Er freute sich, endlich in Gerstungen einmal wieder einen Spaten für solch ein Projekt in die Erde stechen zu können. Das letzte Mal war Friedrich Krauser zum Baubeginn für die Kläranlage im Ort. Das war im Jahr 2000. "Der Spaten von damals steht noch immer in meinem Dienstzimmer. Ich freue mich, dass es wieder öfter Spatenstiche gibt. Zeugt das doch vom wirtschaftlichen Aufschwung auch in der Region", so Friedrich Krauser.

Bürgermeister Werner Hartung begrüßte viele Gäste zur Feier, allesamt künftige Mieter im neuen Haus. Dass das Medizinische Versorgungszentrum des Klinikums Bad Salzungen gleich mit mehreren Praxen ein- zieht, begrüßen die Gerstunger besonders. Denn die medizinische Versorgung immer komplizierter.
Werner Hartung erinnerte noch an die wechselvolle Geschichte des Baugrundstückes. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand dort ein Gasthaus mit Fremdenzimmern: das "Deutsche Haus". Bauherr Konrad Stunz schaffte es allerdings nicht, das Gasthaus erfolgreich zu betreiben, zumal die notwendigen Genehmigungen fehlten. Der Ruin folgte.

Um 1900 baute ein Heinrich Scheiber das Objekt zu einem Hotel um, welches bis 1945 Bestand hatte. Während der DDR-Zeit wurde der Gebäudekomplex zunächst von der Grenzpolizei und später vom Zoll genutzt.

Nicht einmal die notwendigste Instandhaltung erfolgte. Noch im Dezember 1988 erfolgte der Abriss der einstigen "Spitze". Nach dem Abbruch auch des Wohnhauses Bahnhofstraße 1, der einstigen privaten Vereinsschule, wird die Fläche nun wieder bebaut.


Von Heiko Kleinschmidt
Quelle: Thüringer Allgemeine vom 21.05.2011

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