Aktuelles Gemeindeportrait Rathaus Bürgerservice Wohnen & Wirtschaft Freizeit & Tourismus Bildung & Soziales
Einheitsgemeinde Gerstungen
Ortsteile: Gerstungen | Lauchröden | Oberellen | Unterellen | Neustädt | Sallmannshausen
Ortsteil LAUCHRÖDEN
Aktuelles
Aktuelles
  Veranstaltungen  
  Bekanntmachungen  
  Ausschreibungen  
  Auftragsvergabe  
  Wahlen  
  Wetter  
  Amtsblatt  

Aktuelles

Mi 08.10.2008 09:44

Fund einer laténezeitlichen Ringperle im Werratal

Blaue RingperleIm Zuge von planmäßigen archäologischen Feldbegehungen durch den Verfasser wurde am östlichen Ufer der Werra in der Feldflur der Stadt Berka/Werra ein seltener Fund gemacht.

Es handelt sich um das Bruchstück einer tiefblauen Glasperle mit einem ursprünglichen Durchmesser von ca. 2 cm und einem D-förmigen Profil. Das Stück lag versteckt im Boden bis es durch landwirtschaftliche Arbeiten aus seiner annähernd 2000Jahre währenden Ruhe gerissen wurde.

Es ist aufgrund seiner weiß gesprenkelten Oberfläche, seiner leuchtenden Farbe sowie des großen Durchmessers archäologisch in die Gruppe VII D nach Rupert Gebhard, bzw. in die Gruppe 24 nach Haevernick einzuordnen. Die Glasperle datiert somit in das erste Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung (die jüngere vorrömische Eisenzeit, nach einem Fundort in der Schweiz Laténezeit benannt).

Ähnliche Stücke liegen aus dem keltisch en Oppidum (befestigte stadtartige Siedlung) Manching und auch aus Südthüringen, nämlich vor der Steinsburg bei Römhil, vor.

Das Vorkommen dieser Ringperlen erstreckt sich über das gesamte Verbreitungsgebiet der keltischen Kultur. Sie sind im keltischen Kerngebiet (Frankreich, Schweiz, Österreich, Deutschland bis zu den Mittelgebirgen, Tschechische Republik) häufig, aber in unserem Raum, dem Randbereich der keltischen Laténekultur, äußerst selten. Sie belegen, die bereits im Museum Gerstungen ausgestellten Bronzearmringe aus Fernbreitenbach, Handelskontakte der autochthonen Bevölkerung im Werratal mit der keltischen Kernzone im Süden.

Ihre leuchtend blaue Farbe verdanken die Glasperlen Oxyden von Eisen, Kupfer und Kobalt. Auch kleine Funde wie dieser helfen den Erkenntnisgewinn auf dem Gebiet der Archäologie zu steigern und das Dunkel der Geschichte ein wenig zu erhellen.

Heiko Ries/Bodendenkmalpfleger im Wartburgkreis

Druckversion