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Mo 05.05.2008 10:28

Kundgebung gegen die Werraversalzung am 01. Mai mehr als erfolgreich

Bürgermeister Hartung bei seiner Ansprache Zahlreiche Kameraleute sowie fotografierende und schreibende Journalisten sorgten am Himmelfahrtstag und 1. Mai dafür, dass die Öffentlichkeit nochmals mit Nachdruck auf das sich immer mehr zuspitzende Problem der Werraversalzung durch Produktions- und Haldenabwässer der KALI und Salz AG aufmerksam gemacht wurde. Auf dem Gelände des Stützpunktes der Freiwilligen Feuerwehr an der Gerstunger Werrabrücke hatten sich in den Vormittagsstunden rund 300 Teilnehmer zu einer Protestkundgebung eingefunden, um ihre Besorgnis über eine zunehmende Umweltbelastung in der Werraregion und darüber hinaus bei weiteren Werra-Anrainern zum Ausdruck zu bringen.
So konnte der Gerstunger Bürgermeister Werner Hartung als Protestredner so prominente Persönlichkeiten wie die Vizepräsidentin des Bundestages Katrin Göring-Eckardt von Bündnis 90-Die Grünen und den Vizepräsidenten für Freizeit und Kanusport des Deutschen Kanuverbandes Hermann Thiebes recht herzlich begrüßen.
Einige ebenfalls anwesende Abgeordnete des Thüringer Landtages konnten allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass kein offizieller Vertreter der Thüringer Landesregierung den Weg nach Gerstungen gefunden hatte. Dennoch konnten die Veranstalter der Kundgebung, der "Kanu-Club Rennsteig e.V." aus Hörschel und die Gemeinde Gerstungen, mit der Resonanz und dem Ergebnis der Protestveranstaltung mehr als zufrieden sein, denn immerhin waren auch aus 9 Bundesländern Kanusportfreunde mit ihren Booten nach Gerstungen gekommen.
Es war schon recht beeindruckend, wie Bürgermeister Werner Hartung in seiner Ansprache nochmals einige Details zu der sich nun bereits seit Jahren steigenden Umweltbelastung durch Laugenverpressung und Einleitung in die Werra darstellt. Immerhin ist davon auszugehen, dass das Versenkgebiet bereits jetzt eine Fläche von 500 km² einnimmt und ca. 1 Milliarde m³ Lauge schon versenkt wurden. Das berechtigt zu tiefer Sorge um reines Trinkwasser und den Erhalt von Artenvielfalt in Flora und Fauna entlang der Werra bis in die Weser.
Darüber wird zwar an einem sogenannten "Runden Tisch" Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion viel geredet, aber leider kommen dabei die wirklich Betroffenen nicht genügend zu Wort oder sie sitzen erst gar nicht durch kompetente Vertreter mit am Tisch, um ihre Interessen zu vertreten.
Das Recht auf saubere Umwelt für alle Bürger stellte mit klaren Worten Katrin Göring-Eckardt in ihrem mehrfach von Beifall unterbrochenen Redebeitrag deutlich heraus. Besondere Zustimmung erhielt dabei ihre Kritik an Bundesumweltminister Gabriel, der bisher die Problematik der Werraversalzung mit erschreckenden Argumenten ignoriert hat. Die Rednerin rief deshalb auch nochmals auf, sich nicht mit wenigen zögerlichen Maßnahmen und Versprechungen aus Politik und Wirtschaft zufrieden zu geben, sondern weiter die Stimme zu erheben für eine verträgliche Lösung zum Schutze der Natur und der Bürger vor schädlichen Umwelteinflüssen.
In beeindruckender Weise vollzog sich dann der Abschluss der Protestkundgebung. 1000 bunte Luftballons mit der Inschrift "Das Kalisalz muss raus" wurden flussabwärts in die Werra eingesetzt und ein Kanu-Corso aus zahlreichen Booten mit ihren kanusportbegeisterten Besatzungen begab sich auf die Fahrt durch das Tal der Werra über Sallmannshausen und Lauchröden bis hin nach Hörschel, wo der dortige Kanu-Club ein gemütliches Beisammensein organisiert hatte.

Bleibt zu hoffen, dass diese beeindruckende Protestaktion ihre Wirkung auf die betreffenden Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft nicht verfehlt hat und entsprechende messbare Reaktionen im positiven Sinne erfolgen, ehe es zu spät dafür ist.

K. Rebling
Teilnehmer der Kundgebung

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