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Einheitsgemeinde Gerstungen
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Mo 07.01.2008 10:52

Diskussionen um Werrabrücke Lauchröden/Herleshausen (Gemeinde setzt Belohnung für Informationen zur Ergreifung der Täter aus)

Werrabrücke bei LauchrödenDie Absperrpoller auf der Werrabrücke sorgen für dauerhafte Diskussionen. Leider bleibt es nicht immer beim Debattieren der unterschiedlichsten Meinungen, sondern einzelne Unbelehrbare legen selber Hand an und verschaffen sich so auf unberechtigte Weise "freie Fahrt" in den Nachbarort. Dabei ist die Sach- bzw. Rechtslage seit über 10 Jahren eindeutig.

Auszüge aus einem Schreiben von Bürgermeister Helmut Schmidt (Herleshausen) aus dem Jahr 1997 soll an dieser Stelle nochmals zum Verständnis beitragen.

Diese oder keine....
Die Alternative zur Werrabrücke Herleshausen/Lauchröden
Endlich wieder eine Brücke über die Werra nach Herleshausen bzw. nach Lauchröden. So jubelten die Einwohner des ehemaligen Grenzgebietes beiderseits der Werra im Dezember 1989. Dass sich daraus ein Streit zwischen Göringen und Herleshausen entwickeln würde, hätte seinerzeit niemand erwartet.

Werrabrücke 1989Werrabrücke 1989
Klar: Wäre es nach den Vorstellungen des damaligen Hess. Verkehrsministers gegangen (der zur Einweihung aus Wiesbaden angereist war), wäre das Provisorium der Holzbrücke schon längst gegen eine dauerhafte (und befahrbare) Brücke ersetzt worden. Doch es kam anders.
Seitens der verantwortlichen Straßenbauer in Meiningen (bzw. Erfurt) und Eschwege (bzw. Wiesbaden) hatte man über die aus naturschutzrechtlicher Sicht sehr sensible Werraaue und über die wieder in Betrieb genommene Eisenbahnlinie nachgedacht. Auch die in einen notwendigen Planfeststellungsverfahren zu beteiligenden Verbände haben ihr Veto eingelegt und signalisiert, dass zu einem Neubau einer für den öffentlichen Verkehr freigegebenen Straßenbrücke und zu dem dann notwendigen Ausbau der Lindenallee (oder einer neuen Straßenverbindung) nach Herleshausen keine Zustimmung zu erwarten sei.
Also kam von Wiesbaden und Meiningen die Entscheidung: Die Strasse zwischen Lauchröden und Herleshausen wird zur Kommunalstraße abgestuft. Der Umweg über Göringen und Wartha ist als zumutbar anzusehen. Das Eigentum und die Unterhaltspflicht sollten damit auf die beiden Gemeinden übergehen, ebenso die Unterhaltungspflicht für die Brücke, für jeden einzelnen Lindenbaum (Naturdenkmal!), und für den Straßenkörper einschl. der Flutgraben-überführungen. Für die Gemeinde Herleshausen kommt zudem noch eine Querung der Eisenbahnlinie und die Verrohrung des Frauenbörner Baches in der Lauchröder Straße hinzu.

Allein die Eisenbahnüberführung bereitet schon heute den Kommunalpolitikern in Herleshausen erhebliches Kopfzerbrechen, denn wenn durch die Einführung der Neigetechnik-Züge die Strecke Gerstungen - Eisenach bald schneller als 160 km/h befahren werden darf, ist der Bau einer Straßenbrücke über die Eisenbahn erforderlich, zu der der Straßenbaulastträger (also dann die Gemeinde Herleshausen) mit 1/3 der Kosten (rd. 1 Mio. DM) zur Kasse gebeten wird.
Es folgten viele Verhandlungen und Gespräche, Sitzungen im Gemeindevorstand und in der Gemeindevertretung, in der die Vertreter der Straßenbauverwaltungen zwar zugestanden, dass die Lauchröder Brücke als "Fuß- und Radwegebrücke” parallel zur vorhandenen Lan-desstrasse (über Wartha - Göringen) anerkannt und deshalb auch in verkehrssicherem Zustand von den Ländern Hessen und Thüringen den künftigen Baulastträgern (die Gemar-kungsgrenze verläuft in Flussmitte) übergeben werden muss, aber es war zunächst nur eine Erneuerung des Holzaufbaues vorgesehen.

Verständlich, dass hierauf die Kommunalpolitiker Lauchödens und Herleshausen im Hinblick auf die absehbaren Folgekosten nicht mit Begeisterung reagierten. Und so zog sich der "Verhandlungs-Poker” um Monate und Jahre weiter und der Zustand der jetzigen "Behelfs"-Brücke wurde schlechter und schlechter.
Unter diesem Druck kam dann letztendlich der Kompromiss zustande, dass beiden Länder den Gemeinden eine Stahlbetonbrücke (in den max. Abmessungen der alten Brücke und damit ohne aufwendiges Planfeststellungsverfahren) zugestanden, die vermutlich (hoffentlich) erst in 50 oder 80 Jahren beiden Gemeinden Unterhaltungskosten verursacht. Nur auf eines wollten die Herleshäuser und Lauchröder nicht verzichten: Die Brücke muss mindestens eine Tragfähigkeit von 16 to haben. damit im Notfall die Rettungsdienste (sprich Feuerwehr, Haus- und Notärzte, Krankenwagen, usw.) die Brücke passieren können. Diese sollen mit dem Schlüssel für die versenkbaren Poller (die als Bedingung der Landesstraßenbauer installiert werden müssen!) ausgerüstet werden.
Dem haben die Gemeindevertretungen in Lauchröden und Herleshausen in ihren Sitzungen im Januar 1997 unter dem Druck, dass entweder eine neue Brücke unter den oben genannten Vorgaben gebaut oder die vorhandene Brücke aus Gründen der Verkehrssicherheit für immer abgebrochen (und nicht ersetzt) wird "unter großem Bauchweh" zugestimmt. Die von den Ländern Hessen und Thüringen mehr oder weniger "diktierte” Verwaltungsvereinbarung wurde also unterzeichnet. Die neue Brücke wird übrigens zu gleichen Teilen von den beteiligten Ländern finanziert.
Der Vorwurf, die Herleshäuser würden sich "den Verkehr vom Halse” halten, trifft aufgrund der vorstehenden Informationen nicht zu. Außerdem ist es nicht die Verkehrszunahme aus dem "Hessischen”, welche die Göringer stört, sondern der Ziel- und Quellverkehr von und nach Lauchröden und Unterellen. "St. Floiran” kann hier nicht helfen! Würden die Vorschläge der betroffenen Göringer Einwohner/innen zum Tragen kommen könnten etwa vier Anlieger in Göringen entlastet, dafür aber vier Straßenzüge in Herleshausen belastet werden.
Und auch hier in Herleshausen regt sich der Widerstand. In den im Zeitungsbereich angesprochenen "schönsten und ruhigsten” Wohnstraßen hat sich jetzt eine Bürgerinitiative gegen den immer stärker werdenden Lärm von der A 4 gewandt und fordert die Hessische Straßenbauverwaltung auf, endlich den seit 1991 zuerkannten Lärmschutt zu realisieren.

Um die mit dem Neubau verbundenen Auflagen zu realisieren, wurden 2 Stück Poller angebracht, welche im Notfall wie geplant entfernt werden können.

Leider häufen sich in den letzten Jahren Aktionen, bei denen Unberechtigte nicht nur die Poller als Sperrelement entfernen, sondern diese in die Werra werfen bzw. mitnehmen. Zusätzlich wurden die Aufnahmelöcher für die Poller mit Material der unterschiedlichsten Art verschlossen.

Durch die Kommunen mussten so für Neubeschaffung und Wiederanbringung in den letzten Jahren unnötige Kosten in Größenordnung getragen werden.

Es handelt sich somit nicht mehr um einen "dummen Jungenstreich". Diebstahl, Sachbeschädigung und Gefährdung des öffentlichen Straßenverkehrs sind zutreffendere Begriffe.

Um perspektivisch Kosten und Gefahren abzuwehren setzt die Gemeinde Gerstungen eine Belohnung von 250,00 Euro aus, die zur Ergreifung des oder der Täter führen. Sachdienliche Hinweise, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nimmt das Ordnungsamt Gerstungen (Frau Rudloff) entgegen.

W. Hartung
Bürgermeister

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