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Do 25.10.2007 09:47

Glockenweihe am 7. Oktober 2007 in der Erlöserkirche Neustädt

Taufglocke, Gebetsglocke u. AuferstehungsglockeAuch dieser dritte "Höhepunkt" war ein unvergessliches Ereignis. Nach dem Glockengießen in Karlsruhe und der festlichen Einholung unserer neuen Bronzeglocken konnten wir am 07.10.2007 die dreifache Glockenweihe in der Neustädter Erlöserkirche feiern.

Jede der drei Glocken ist unterschiedlichen Gewichtes (von ca. zwei bis sechs Zentnern) und neben der Aufschrift "Erlöserkirche" mit einem Bibelspruch versehen. Die Glocken wurden in der Glockengießerei Barchert in Karlsruhe gegossen. Die Medaillions und Ornamentik wurden von Frau Annette Scheffel, Gerstungen, entworfen.

Zum Festgottesdienst konnte Pastorin Gisela Freiberg in der mit Erntekranz und über und über mit Blumen und Girlanden geschmückten Kirche zahlreiche Besucher aus Nah und Fern begrüßen. Desweitern die beiden Gesangssolisten Bernd Hofmann (Alt-Neustädter) und Wolfgang Gerhard (Alt-Eisenacher), Organistin Maria Gerlach, die Männer der "Weimarer Liedertafel", den Kirchenchor Gers-tungen/Untersuhl und einige Bläser des Eisenbahnblasorchesters.
Die Weihe nahm Landesbischof i. R. Roland Hofmann vor. Er segnete nacheinander die Glocken, begonnen mit der kleinsten, der Taufglocke, über die Gebetsglocke bis zur Auferstehungsglocke. Nach jeder Segnung erklangen die Glocken nacheinander erst einzeln und dann alle drei zusammen in den Tonlagen h, d. und e.
Grußworte richteten Superintendent Wolfgang Robscheit aus Eisenach und unser erster Beigeordneter Wilfried Rösing an die Anwesenden. Mit Schillers Lied "Lied von der Glocke" umrahmten die Solisten den Gottesdienst und rührten so manche Besucher zu Tränen. Auch der Gerstungen-Untersuhler Kir-chenchor und die "Weimarer Liedertafel" trugen musikalisch zur Weihe bei. Danach traf man sich im Pfarrhaus und auf dem Dorfplatz bei Kaffee, Kuchen, Bratwurst, Getränken und angeregten Gesprächen.

Weimarer LiedertafelGegen 17.00 Uhr gab die "Weimarer Liedertafel" noch ein Konzert in der Kirche. Die sieben Männer unter der Leitung von Dr. Manfred Weißenborn zeigten ihr Können. Es war ein wahrer Ohrenschmaus und für uns Neustädter und ein weiterer Höhepunkt an diesem Tag.

Während einer kleinen Gesangspause las dann Bernd Hofmann von der Empore selbst verfasste Gedanken anlässlich der Glockenweihe vor. Dies brachte bei einigen Gästen den sog. "Gänsehauteffekt" hervor.

Gedanken zum 7. Oktober 2007, Neustädter Glockenweihe
Als meine Mutter Frieda mit Her’Liese und Sömmer Ida
im Kirchwald die geschmiedete Waldhacke schwang
vor nunmehr 50 Jahren -
schlug auch vom Kirchturm ein eiserner Klang
die Stunde; und war zu erfahren,
wo geheiratet und wer gestorben war.

Hans Gernot und ich läuteten die schweren gusseisernen Glocken,
hingen am Hanfseil in disem Jahr.

Wir machten uns später dann auf die Socken
in die etwas fernere Welt.
Doch der ferne Klang blieb uns erhalten;
wurden die Äcker auch anders bestellt.

Mit Nachkriegsglockenklang ließ sich gestalten
endlich eine lange friedliche Zeit -
wenigstens hier in deutschen Landen.
Nun nach Sperrzone schon 17 Jahre unbegrenzte Reisefreiheit.
(Die Umwelt geht allerdings langsam zu schanden.)

Doch der Mensch muss auch diese Prüfung bestehn.
Der Kirchwald war prächtig gewachsen
um endlich bronzene Glocken zu erstehn.

In Karlsruhe nunmehr gegossen,
kleiner und feiner und edler ihr Ton.
Möge Seelen - nein Weltfrieden bringen
Hosianna, Erlöser, ich ahne es schon:
Die Hoffnung - lasst sie uns gelingen.

B. Hofmann
Eisenach, Burgstraße 20


Nach dem Konzert trafen sich wieder alle auf dem Dorfplatz. Zehn Blechkuchen und zehn Torten, die von den Neustädter Frauen gebacken wurden sowie 300 Bratwürste fanden ihre Abnehmer. Selbst das Oktoberwetter spielte mit. Später sangen die Männer der Weimarer Liedertafel noch einige Lieder am Ziehbrunnen.
Es war ein Tag wie aus dem Bilderbuch, der Allen noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. Vom Turm der Kirche erklingen nun unsere drei neuen Bronzeglocken. Sie ersetzten jene gusseisernen Glo-cken, die über Jahrzehnte erklangen, nachdem ihre Vorgänger im Ersten Weltkrieg abgeliefert und ein-geschmolzen wurden zu Rüstungszwecken.
Glockengeläut alarmiert bei Gefahr und vermittelt auch der Kirche fern stehenden Menschen heimatli-che Empfindungen. Glocken rufen und laden dazu ein; Gottes Wort zu hören. In diesem Sinne sollen sie noch recht lange läuten.
Es war "ein Tag wie aus dem Bilderbuch", der Allen noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.
Herzlichen Dank all denjenigen, die zum Gelingen dieses schönen und unvergesslichen Tages beigetragen haben.
Doris Simon

Fotogalerie unter:
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Auch dieser dritte "Höhepunkt" war ein unvergessliches Ereignis.

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