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Einheitsgemeinde Gerstungen
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Ortsteil LAUCHRÖDEN
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Di 12.12.2006 10:18

Grußwort des Bürgermeisters zum Jahreswechsel

Grußwort des Bürgermeisters der Gemeinde Gerstungen zum Jahreswechsel

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Einheitsgemeinde Gerstungen,

die Temperaturen der letzten Wochen lassen kaum vermuten, dass in Kürze die schönsten Feiertage des Jahres vor uns stehen. Ein Blick auf den Kalender verdeutlicht aber, es sind nur noch wenige Tage bis zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel. Obwohl auch die Fenster und Vorgärten bereits festlich geschmückt sind, fehlt die notwendige innere Ruhe und die Entspannung für die kommenden Festtage in der Familie.

Noch beherrscht die Hektik unseren privaten und dienstlichen Tagesablauf. Weihnachtseinkäufe sind zu tätigen, nicht alle Geschenke sind besorgt, Plätzchen sind zu backen, ja auch manche große Anschaffung soll noch vor der Mehrwertsteuererhöhung getätigt werden.

In vielen Firmen ist Hochkonjunktur auf Grund der gestiegenen Binnennachfrage. Die Aufträge sind kaum zu schaffen. Es macht sich Hoffnung breit, dass eine Wende am Arbeitsmarkt einsetzt und die Arbeitslosenzahlen kontinuierlich abnehmen. Dies alles ist anders als zum Ende des Jahres 2005. Aber es gibt auch zu diesem Jahreswechsel Skepsis und Verunsicherung. Viele befürchten, dass die positiven Signale der derzeitigen Auftragslage und des einhergehend höheren Beschäftigungsgrades nur bis zur bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung zu verzeichnen sind. Besorgnis verbreitet sich über die enorm angestiegenen Lebenshaltungskosten, vor allem über Energie-, Heizungs- und Benzinkosten.

Schlägt man die Zeitung auf oder schaltet den Fernseher ein, gibt es täglich neue Meldungen über - wie man sagt - notwendige Reformen. Fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens sind betroffen. Es bleibt zu hoffen, dass die angestrebten Veränderungen, auch wenn diese für manche teilweise erhebliche finanzielle Einschnitte und Abschiednehmen von vertrauten Regelungen bedeuten, mittelfristig den erwünschten Schwung in die deutsche Wirtschaft bringen.
Ein stabiler Aufwärtstrend ist unbedingt notwendig, um unsere Sozialsysteme, wenn auch in veränderter Form, zu erhalten.

Fast analog des privaten Bereiches sind auch die Städte und Gemeinden gefordert, aus den Veränderungen das Bestmögliche für ihre Bürger zu machen. Im abgelaufenen Jahr hat die Gemeinde auch finanzielle Einschnitte ausgleichen müssen, welche zu teilweisen Verschiebungen im Haushaltsplan geführt haben. Zusammen mit den Gemeinderäten und der Verwaltung freue ich mich aber, dass trotzdem unsere Hauptziele erreicht werden konnten und dies bei einem wiederum sehr anspruchsvollen Haushalt. Wie bereits im Jahr 2005 hat der Gemeinderat im Haushalt 2006 den Schwerpunkt auf eine umfangreiche Investitionstätigkeit gesetzt und dabei versucht, diese entsprechend den Notwendigkeiten und möglichen Förderungen in allen Ortsteilen nachvollziehbar umzusetzen.

Im Jahr 2006 konnten so folgende maßgebliche Investitionen durchgeführt werden.

Kernort Gerstungen mit Untersuhl:
• Fertigstellung des neuen kompletten Kanal- und Wassernetzes in Untersuhl
• Gehwegbau in der "Landstraße"
• Straßenbau "Wiesenweg"
• Straßenbau "Untersuhler Straße" (Weiterführung 2007)
• Beginn der Rathaussanierung
• Dachsanierung und neuer Außenanstrich - Friedhofshalle Gerstungen
• Erneuerung Buswartehäuschen Brückenstraße
• Kanal- und Gehwegbau Brückenstraße
• Straßen- und Gehwegbau Marienstraße

OT Neustädt
• Fertigstellung Feuerwehrgerätehaus (Dachgeschoss)
• Anschaffung eines Kleinlöschfahrzeuges
• Sanierung des Ziehbrunnens
• Sanierung des Anglerheims
• Beginn der Sanierung des zukünftigen Dorfgemeinschaftshauses
• Kauf und Abbruch des Nebengebäudes in der "Herth"
• Planungsleistungen

OT Sallmannshausen
• Fertigstellung der neuen Straßenbeleuchtung Rennsteigstraße und Restleistung Unterstraße
• Verrohrung des Ablaufgrabens Unterstraße
• Abbruch des alten Hochbehälters

OT Lauchröden
• Abbruch des alten Löwensaales
• Neubau des Dorfgemeinschaftshauses
• Erneuerung Buswartehäuschen
• Neubau des Trinkwasserhochbehälters Lauchröden/Unterellen
• Verlagerung des Bauhofes nach Unterellen
• Beratungs- und Planungsleistungen für die Dorferneuerung
• Abdeckung der alten Deponie

OT Unterellen
• Neubau des Trinkwasserhochbehälters Unterellen/Lauchröden
• Bau der Trinkwasserleitung Lauchröden-Unterellen
• Neubau eines Bauhofes für das Eltetal
• Anschaffung neuer Technik für den Bauhof
• Planungsleistungen für die Dorferneuerung
• Ballfangnetz für den Sportplatz

OT Oberellen
• Sanierung von gemeindeeigenen Wohnungen
• Heizungsumstellungen in gemeindeeigenen Wohnungen
• Erneuerung der Straßenbeleuchtung Sandgasse, teilweise Friedensteinstraße und angrenzende Bereiche
• Erneuerung von zahlreichen Trinkwasseranschlussleitungen und Absperrschiebern
• Erwerb des alten Feuerlöschteiches Clausberg und Vorbereitungen zur Sanierung
• vorbereitende Planungen zur Sanierung des Kulturhauses

Die Aufzählung der oben angeführten maßgeblichen Investitionen kann und sollte auch die Bürger von Gerstungen optimistisch stimmen, dass der eingeschlagene Weg der Einheitsgemeinde der richtige ist. Aber wir dürfen auch nicht verkennen, dass uns im Jahr 2006 nicht alles gelungen ist, was wir uns vorgenommen haben bzw. es auch Entscheidungen gab, die unser Gemeindeleben negativ beeinflussen.

Die Umsetzung der mehr als umstrittenen Schulnetzkonzeption zum Nachteil unserer Kinder war für mich als Bürgermeister ein Tiefschlag im Jahr 2006. Nicht nur, dass hierdurch unsere Schüler schlechtere Transport- und Unterrichtsbedingungen haben, nein wir haben auch noch einen ganzen Schulkomplex im Ortsteil Oberellen, welcher ohne sinnvolle Nachnutzung vor sich hergammelt. Es waren nicht fehlende Schülerzahlen, schlechte Schulbedingungen oder vielleicht ein schlechter Ruf der Schule, die zur Schließung führten. Nein, ganz im Gegenteil. An den neuen Orten, wo unsere Kinder beschult werden, versucht man nun, mit viel Geld aus der Kreisumlage die Bedingungen wenigstens teilweise zu verbessern. Noch immer fehlt ein Konzept, wie man das beschlossene Schulnetz erträglich umsetzen kann. Das Motiv für die Planung und Umsetzung dieser Schulnetzkonzeption bleibt für viele unserer Bürger nicht nachvollziehbar. Willkür-Retourkutsche für den Erhalt des Gerstunger Gymnasiums oder auch Arroganz der Macht sind die meist genannten Gründe unter Eltern, Lehrern und auch politischen Vertretern der Gemeinde Gerstungen zur nachteilig und zudem sehr teuren Entscheidung.
Im Sommer 2006 erhielten wir Kenntnis von zwei Vorhaben im benachbarten Hessen, welche umfangreich Einfluss auf die Lebensqualität der Gerstunger Bürger haben. Den fast zeitgleich beantragten Bau einer Müllverbrennungsanlage in Heringen und die Beantragung der zusätzlichen Einleitung von Kali-Haldenabwasser aus Neuhof-Ellers in die Werra habe ich nach Kenntnis als Doppelschlag gegen die Natur bezeichnet. Dies sehe ich auch heute noch so, nachdem viele Argumente beider Seiten ausgetauscht wurden.

Für mich und für die ca. 7.500 Einwender ist eine Müllverbrennungsanlage, welche keinen Müll aus der Region, sondern Müll aus anderen Bundesländern und auch aus dem Ausland verbrennen soll, um ausschließlich billigen Strom für ein Unternehmen zu produzieren, kein Beitrag zum Umweltschutz. Gleiches betrifft die zusätzliche Laugeneinleitung. Ich bin mir sicher, dass fast alle Bürger in der Region froh waren, als endlich nach der Wende die unkontrollierte Einleitung von Kalilauge in die Werra ein Ende fand. Dass dies möglich wurde, dafür musste die Gemeinde Gerstungen einen hohen Preis zahlen. Laugenversenkung - für Kali & Salz das Zauberwort, für den Trinkwasserversorger ein Horror. Fast überall dort, wo bisher Lauge versenkt wurde, ist die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen oder stark gefährdet. Sollten nunmehr zusätzlich bis zu 1.000.000 m3 Lauge pro Jahr aus anderen Regionen in die Werra eingeleitet werden, ist mit einer Werraauenversalzung zu rechnen. Einhergehend muss dann auch mehr Kalilauge versenkt werden, sodass wir wesentlich früher auf unser bislang sehr gutes Trinkwasservorkommen verzichten müssen. Sicher werden wir nicht verdursten, aber wir müssen dann Trinkwasser (Fernwasser) zu wesentlich schlechteren Bedingungen einkaufen.

Auch wenn diese zwei geplanten Vorhaben von Kali und Salz so viel Negatives mit sich bringen, sie haben auch etwas Positives bewirkt. Die Menschen im Werratal sind näher zusammengerückt und dies in Hessen und in Thüringen gleichermaßen. Im Ergebnis dessen hat sich die Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Werratal" gebildet, welche unparteiisch auf der sachlichen Ebene versucht, die Menschen und nicht den Profit in den Mittelpunkt unseres gesellschaftlichen Lebens zu stellen.


Werte Bürgerinnen und Bürger von Gerstungen,
für das von Ihnen den politischen Gremien entgegengebrachte Vertrauen und die angenehme Zusammenarbeit im scheidenden Jahr bedanke ich mich recht herzlich. Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den gemeinnützigen Vereinen und engagierten Bürgern, welche es verstanden haben, auch im Jahr 2006 umfangreiche kulturelle und sportliche Angebote in der Gemeinde bereitzustellen. Für die Zukunft erhoffe ich mir, dass die ständig neuen Herausforderungen ebenso konstruktiv wie bisher gemeinsam bewältigt werden.

In diesem Sinne wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern der Einheitsgemeinde Gerstungen ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest und kritischen Optimismus für unsere gemeinsame Zukunft.

Werner Hartung
Bürgermeister

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