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Mi 16.08.2006 11:30

Über den Neustädter Ziehbrunnen

ZiehbrunnensanierungNach den vielen Diskussionen um unseren neu gestalteten Ziehbrunnen informiert die Ortsbürgermeisterin:
Der historische Ziehbrunnen am Dorfplatz von Neustädt datiert laut der verfügbaren Quellen von 1486. Er steht als Kulturdenkmal unter Schutz und ist in höchstem Maße ortsbildprägend.

Das Amt für Landentwicklung/Flurneuordnung Meiningen fördert seine Sanierung entsprechend Zuwendungsbescheid vom 07.03.2006 mit 21.000 €. Dazu gehören die Erneuerung des Brunnengestänges, der Ersatz des hölzernen Brunnenkastens durch einen natursteinverkleideten Brunnenring und eine Neupflasterung der begehbaren Flächen mit Muschelkalkpflaster. Der Gestaltungsvorschlag von Wohnstadt Thüringen geht bei diesem neuen Aufsatz von folgenden Überlegungen aus:

1. Tiefbrunnen wurden zu früheren Zeiten ausschließlich als ringförmiger Schacht abgeteuft und ausgekleidet. Das trifft auch auf den Ziehbrunnen Neustädt zu. Obwohl dokumentarisch hier nicht nachweisbar, gehörte dazu stets auch ein kreisförmiger Aufsatz.

2. Es muss vermutet werden, dass Ende des 19. Jhd. ein solcher Naturstein bestehender Aufsatz bei einer notwendigen Reparatur aus Kostengründen durch einen Holzkasten ersetzt und auch im 20. Jhd. noch mindestens einmal erneuert wurde. Die ältesten Einwohner kennen ihn in dieser Form höchstens seit 1920. Gestänge und Säule sind 1941 erneuert, die Betonringe in den 1950er Jahren eingesetzt.

3. Die Abdeckung des Holzkastens erfolgte lediglich zum Schutz gegen Verunreinigungen des Brunnenwassers, welches bekanntermaßen noch bis 1973 als öffentliche Trinkwasserspende genutzt werden musste.

4. Nach Wegfall der Versorgungsfunktion war wichtigstes Ziel, das immer noch im Schacht anstehende Brunnenwasser erlebbar zu machen. Da ein künstlicher Kreislauf zu kostenaufwendig gewesen wäre, entstand der Vorschlag, künftig den Wasserspiegel unter Einbau einer engmaschigen Metallabdeckung offen sichtbar zu belassen. Dieses Prinzip lässt sich praktischerweise nur bei einem kreisrunden Aufsatz realisieren.

5. Der runde Aufsatz hat aus Sicherheitsgründen eine Brüstungshöhe von 1,10 m und wird mit kleinformatigen Muschelkalkplatten verkleidet - ein regionaltypisches Material, das auch für die Pflasterung Verwendung fand.

6. Die Untere Denkmalschutzbehörde des Wartburgkreises hat die Brunnengestaltung einschließlich Aufsatz ausdrücklich bestätigt, d. h., die Erneuerung des alten Holzkastens abgelehnt. Dieser Bescheid hat Rechtskraft.

7. Auch die Förderstelle, das Amt für Landentwicklung/Flurneuordnung Meiningen, bezuschusst das Vorhaben nur, wenn es entsprechend dem eingereichten Vorschlag, der mit Gemeinde und Denkmalbehörde abgestimmt ist, auch realisiert wird.

Fazit: Die neue Gestaltung des Ziehbrunnens in Neustädt stimmt mit den Zielen der Dorferneuerung und Maßgaben der Denkmalpflege überein. Sie muss schnellstens abgeschlossen werden, da als Abrechnungstermin der Fördermittel der 30.08.2006 gestellt wurde.

Ich wünsche, dass sich die unterschiedlichen Emotionen wieder legen. Desweiteren hoffe ich trotzdem auf eine rege Mitarbeit der Neustädter bei der Dorfgestaltung im Rahmen der Dorferneuerung. Entsprechende Beratungen werden im Schaukasten bzw. in der Werra-Zeitung bekannt gegeben.

Leider muss ich anmerken, dass bei der letzten Beratung kein Interesse der Neustädter vorlag, was hoffentlich positiv für die Zukunft ändern wird.

D. Simon
Ortsbürgermeisterin Neustädt

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