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Einheitsgemeinde Gerstungen
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Ortsteil LAUCHRÖDEN
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Di 08.08.2006 11:37

Der Bürgermeister zum geplanten Bau der Heringer Müllverbrennungsanlage

Für ein lebendiges Werratal Werte Bürgerinnen und Bürger der Einheitsgemeinde Gerstungen!
Die Werra-Zeitung, Ausg. 16/06 unterscheidet sich wesentlich von den bisherigen.
Erstmals gibt es einen " Nichtamtlichen Teil", welcher über die Grenzen der Einheitsgemeinde Gerstungen auch großen Informationswert für die benachbarte Stadt Berka/Werra mit seinen Stadtteilen und die Gemeinden Dippach, Dankmarshausen und Großensee hat.
Aus diesem Grund wurde mit der Verwaltungsgemeinschaft Berka/Werra eine Auflagenerhöhung auf 6075 Stück vereinbart.

Die zwei geplanten Großinvestitionen des K+S Konzerns - Bau einer Müllverbrennungsanlage in Heringen und die zusätzliche Einleitung von Haldenabwässern aus Neuhof-Ellers in die Werra entpuppen sich als Doppelschlag gegen die Natur und damit
gegen die Interessen einer überwältigenden Mehrheit der Bürger aus dem thüringischen und hessischen Werratal.
Die berechtigte Betroffenheit durch die zu befürchtenden gesundheitlichen Schädigungen, Verschlechterungen der Wohnqualität, bis hin zu Vermögensverlusten kommt in allen Altersgruppen, sozialen Schichten und in den unterschiedlichsten kommunalpolitischen Gruppierungen unserer Region zum Ausdruck.
Wir als gewählte Vertreter ob Bürgermeister oder Abgeordneter thüringer Kommunen stehen dem Ansinnen von K+S hilflos, auch verzweifelt, gegenüber. Bestehende Gesetze, an die wir selbstverständlich gebunden sind, versagen uns teilweise bzw. ganz eine aktive Mitwirkung an den Verwaltungsverfahren. So sind z.B. die Stellungnahmen der Gemeinde Gerstungen als "Nichtverfahrensbeteiligte" ohne Wirkung und wandern in den Papierkorb! Auch unsere zahlreichen Hilferufe, so an unseren Ministerpräsident Herrn Althaus und den Minister für Landwirtschaft, Natur und Umwelt Herrn Dr. Sklenar blieben bisher unbeantwortet. Es scheint, als möchte die Landesregierung die Probleme im Werratal über die Sommermonate aussitzen. Vom Landesverwaltungsamt Weimar und auch von unserem neuen Landrat Herrn Krebs erhielten wir zwar eine Antwort, aber Hilfe sieht anders aus. Der Hinweis, sich an den Regierungspräsidenten des Regierungspräsidiums Kassel zu wenden, wird auch keinen Erfolg bringen, da unsererseits diese Möglichkeit bereits genutzt wurde. Aber auch keine Antwort - sicher Urlaub !
Somit bleibt zu befürchten, dass auf Grund der Kürze des Verfahrens (Ende der Einwendungsfrist 16.08.2006) und des beantragten vorzeitigen Baubeginns im Herbst 2006, die maßgeblichen Politiker erst zum "einvernehmlichen" Spatenstich in Heringen zu hören oder zu sehen sind.
Für die Thüringer ist dies um so unbegreiflicher, da ja allgemein bekannt sein dürfte, dass die Natur in unserer Region nachhaltig durch die Kaliindustrie (Hessen und Thüringen bzw. ehem. DDR) durch die Laugeneinleitungen in die Werra und die Laugenversenkungen in den Plattendolomit in Mitleidenschaft gezogen wurde und auch noch weiterhin wird.
Mit dem geplanten Bau der Müllverbrennungsanlage und der vorgesehenen zusätzlichen Haldenwassereinleitung werden neben den Umweltschäden aus der salzbelasteten Werra weitere Belastungen in der Luft und auch im Boden zu befürchten sein.

Die Hoffnung der Heringer Abgeordneten, Arbeitsplätze zu schaffen und eine hohe Gewerbesteuer zu erzielen, steht in keinem Verhältnis zu den damit verbundenen Gefahren und Imageverlusten für das gesamte Werratal.

Dies haben auch schon nicht wenige Bürger aus Heringen und Wildeck erkannt, welche jedoch teilweise aus Angst ihre Einwendungen in Thüringen eingereicht haben.

Unser gemeinsames Bestreben muss es sein, dass sich nach jahrzehntelangem Bestehen der politischen Sperrzone in der ehemaligen DDR kein neues Umweltsperrgebiet (Wasser, Boden, Luft) im Werratal über Bundesländergrenzen hinaus entwickeln kann.

Werte Bürgerinnen und Bürger von Gerstungen,
prüfen Sie bitte für sich persönlich das " Für und das Wider" der beabsichtigten Investitionen.
Falls auch Sie Einwende haben, so können diese in schriftlicher Form bis zum 16.08.2006 geltend gemacht werden (für Kinder der Erziehungsberechtigte).
Sollten Sie an Veranstaltungen oder Protestkundgebungen zu dieser Problematik teilnehmen,
so bitte ich Sie ausdrücklich auch um die Respektierung Andersdenkender. Ossi-Wessi oder Stasiparolen sind fehl am Platz und dienen keinesfalls der Sache. Nur in einem gemeinsamen sachlichen und fairen Dialog können wir erreichen, dass unsere Heimat, das Werratal, ob in Hessen oder in Thüringen, lebenswert bleibt.

Werner Hartung
Bürgermeister

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